Wer war Johannes Gutenberg?

Wer war eigentlich Johannes Gutenberg? 

Wenn es um Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und andere Druckerzeugnisse geht, fällt immer wieder auch der Name Johannes Gutenberg. Grund genug, einmal näher der Frage nachzugehen, wer dieser Johannes Gutberg eigentlich war.

Johannes Gutenberg im kurzen Überblick

Johannes Gutenberg hieß eigentlich Johannes Gensfleisch und kam um 1400 in Mainz zur Welt. Er gilt als der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern in Europa sowie als Erfinder der Druckerpresse. Durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern wurden die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion revolutioniert und es kam zu einer regelrechten Medienrevolution in Europa.

Gutenbergs Methoden breiteten sich recht schnell in Europa und später auch weltweit aus und Gutenbergs Buchdruck gilt heute als Schlüsselelement der Renaissance. Neben den zahlreichen Beiträgen zur Buchdruckerkunst und der Verwendung von beweglichen Lettern erfand Gutenberg außerdem eine Legierung aus Blei, Zinn und Antimon, eine ölhaltige Tinte, ein Handgießinstrument sowie die Druckerpresse.

Sein besonderer Verdienst liegt jedoch darin, dass er alle diese Komponenten in einem praktikablen und effektiven Produktionsprozess zusammenführte und auf diese Weise ermöglichte, dass Bücher und andere Druckerzeugnisse, wie beispielsweise auch Zeitungen, fortan in einem maschinellen Massenproduktionsverfahren hergestellt werden konnten. Am 03. Februar 1468 verstarb Johannes Gutenberg in Mainz.

Insgesamt ist nur wenig über Johannes Gutenberg sowie sein Leben und Wirken bekannt, denn hierzu sind nur sehr wenige Quellen erhalten geblieben. Aus diesem Grund können die meisten Informationen zu Gutenberg nur im Rahmen von Spekulationen rekonstruiert werden.       

Das Leben von Johannes Gutenberg

Johannes Gutenberg kam um 1400 als drittes Kind des Kaufmanns und Patriziers Friedrich Gensfleisch und dessen zweiter Frau Else Wirich zur Welt. Es wird vermutet, dass er auf dem elterlichen Hof zum Gutenberg in Mainz geboren und in der nahegelegenen Kirche St. Christoph getauft wurde.

Im Jahre 1411 verließen 117 Patrizier vorübergehend Mainz, darunter auch Gutenbergs Vater mit dessen Familie.

Auf diese Weise sollte dem Anspruch auf die Steuer- und Zollfreiheit als Privilegien der Patrizier in einem Streit mit den Zünften Nachdruck verliehen werden. Zwei Jahre später musste die Familie Mainz ein weiteres Mal verlassen, dieses Mal aufgrund von Hungerkrawallen. Angenommen wird, dass die Familie nach Eltville zog, weil sie hier über ein Haus aus mütterlichem Erbe verfügte.

Da Gutenbergs Vater ein wohlhabender Patrizier war, liegt die Vermutung nahe, dass Gutenberg eine Lateinschule besucht hat. Zu dem Stift St. Viktor in Mainz pflegte die Familie eine enge Beziehung und später trat Gutenberg in die St. Viktor-Bruderschaft ein. Unter Berücksichtigung der späteren Tätigkeiten ist aber auch ein Universitätsstudium nicht auszuschließen.

Wo sich Gutenberg in den 1420er-Jahren aufhielt und welchen Tätigkeiten er nachging, ist nicht bekannt. Auch über seinen Aufenthaltsort in den frühen 1430er-Jahren gibt es keine gesicherten Informationen, allerdings belegen zwei Quellen, dass er sich nicht in Mainz aufhielt.

Sicher wiederum ist, dass Gutenberg zwischen 1434 und 1444 in Straßburg lebte.

1437 nahm Gutenberg Andreas Dritzehn in die Lehre und vermittelte ihm das Münz- und Goldschmiedehandwerk. Außerdem gründete er zusammen mit mehreren Teilhabern eine Gesellschaft, um ein neues technisches Verfahren zu finanzieren, und schloss eine vertragliche Vereinbarung über die Produktion von Wallfahrtsandenken mit dem Vogt Hans Riffe von Lichtenau ab. Zusammen mit seinem Lehrling sollte Gutenberg Wallfahrtsspiegel aus einer Blei-Zinn-Legierung für die Aachen-Wallfahrt anfertigen.

Da es jedoch zu einer Pestepidemie kam, wurde die Wallfahrt um ein Jahr verschoben. Zwischenzeitlich war Gutenbergs Lehrling verstorben. Zur gleichen Zeit hatte Gutenberg zusammen mit seinem Lehrling, Hans Riffe und Andreas Heilmann an einem zweiten Projekt gearbeitet. Bekannt ist, dass im Zuge dieses Projekts Blei gekauft und eine Presse gebaut wurde. Daher wird angenommen, dass Gutenberg hier die ersten Schritte für seine späteren Entwicklungen und Erfindungen unternahm. 

 

1448 kehrte Gutenberg nach Mainz zurück, wo er sich unter anderem von seinem Vetter Arnold Gelthus und dem Kaufmann Johannes Fust Geld lieh. Dieses Geld investierte er vermutlich in den Aufbau einer Druckwerkstatt im Humbrechthof.

1450 schließlich begann Gutenberg damit, Einblattdrucke und Bücher zu setzen und zu drucken. Die frühen Druckerzeugnisse Gutenbergs gliedern sich in zwei Gruppen, nämlich zum einen in Kleindrucke wie Kalender, Wörterbücher oder Ablassbriefe und zum anderen in die lateinische Bibel, die auch als Gutenberg-Bibel bezeichnet wird. Zwei Jahre später gab Fust Gutenberg ein zweites Darlehen, vermutlich um die Herausgabe der Bibel finanzieren zu können.

1455 kam es zu einem Rechtsstreit zwischen Gutenberg und Fust, da dieser Gutenberg vorwarf, die Gelder für den Druck der Bibel für andere Druckvorhaben verwendet zu haben. Nachdem Gutenberg den Rechtsstreit verloren hatte, musste er Fust die Werkstatt samt Langerbestand überlassen. Fust führte Gutenbergs Arbeit zusammen mit dessen Mitarbeiter Peter Schöffer erfolgreich fort, Gutenberg hingegen kehrte in sein Elternhaus zurück und gründete dort eine neue Druckerei. Einen Geldgeber fand Gutenberg vermutlich in dem Mainzer Jurist Dr. Konrad Humery.

1465 nahm Adolf von Nassau Gutenberg in sein Hofgesinde auf. Dadurch musste Gutenberg keine Steuern zahlen, war von Diensten befreit und erhielt jedes Jahr Kleidung, Korn und Wein. Bis zu seinem Tod lebte Gutenberg im Algesheimer Hof in der Mainzer Altstadt. Beigesetzt wurde Gutenberg in der Mainzer Franziskanerkirche, aber nach zahlreichen Umbauten im 18. Jahrhundert und schließlich einem Neubau der Kirche ist sein Grab heute nicht mehr auffindbar.

Authentische Bildnisse von Gutenberg gibt es ebenfalls nicht.  Gutenberg erfand seine Methode des Buchdrucks, indem er die damals bekannten Reproduktions- und Druckverfahren verbesserte und zu einem Gesamtsystem verknüpfte.

Die Herzstücke seiner Entwicklungen waren das Handgießinstrument, durch das es möglich wurde, Druckletter einzeln, schneller und feiner zu gießen, die Erfindung von besserer Druckfarbe und nicht zuletzt die Druckerpresse. Sein Hauptwerk war die 42-zeitige Gutenberg-Bibel, die bis heute zu den schönsten Erzeugnissen der Druckkunst gehört.

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