5 Tipps für den Einsatz von Zitaten

5 Tipps für den Einsatz von Zitaten

„Ich bin ein Berliner“, „Wir schaffen das!“, „Yes, we can“: Einige Zitate sind so berühmt, dass Leser quer durch alle Altersklassen etwas damit anzufangen wissen. Doch es müssen gar nicht immer große Statements namhafter Persönlichkeiten sein. Auch die Aussage eines Zeugen, eines Geschäftsführers, eines Kunden oder einfach eines Passanten wie du und ich kann einem Artikel die richtige Tiefe geben, die Kernaussage stärken und seine Glaubwürdigkeit erhöhen.

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5 Tipps für den Einsatz von Zitaten

3 Effekte von Zitaten in Beiträgen

Ein Zeitungsartikel soll informieren, zur freien Meinungsbildung beitragen, Hintergründe erläutern und nicht zuletzt auch unterhalten. Der geschickte Einsatz von Zitaten kann dabei helfen, diese Ziele zu erreichen.

Denn Zitate entfalten vor allem drei Wirkungen:

  1. Zitate machen eine Aussage glaubwürdig.

Es kommt immer wieder vor, dass der Journalist einen Inhalt, eine Einschätzung oder eine Botschaft vermitteln möchte, die sich mit nüchternen Fakten nur schwer greifen oder mit reinen Daten nur bedingt belegen lässt.

Das Zitat eines Außenstehenden kann dann das ideale Instrument sein. Gleiches gilt bei Erklärungen oder Tipps, die vor allem in Ratgeber- und Verbrauchertexten eine große Rolle spielen.

Statt trockene Sachverhalte, emotionale Aussagen oder praxisnahe Lösungen mühsam in eigene Worte zu verpacken, kann der Journalist einfach einen Dritten in seinem Sinne berichten oder argumentieren lassen.

Geht es beispielsweise um die Qualität von Lebensmitteln, kann ein Experte darauf hinweisen, dass „neben der Nachhaltigkeit auch die Zunahme von Allergien und Unverträglichkeiten den Speiseplan immer stärker beeinflusst“.

Der Journalist hat so einen guten Einstieg für seinen Beitrag und der Text gewinnt durch die Aussage eines neutralen Experten an glaubwürdiger und überzeugender Wertigkeit.

  1. Zitate helfen, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Durch Zitate kann der Journalist überraschende Elemente einbauen, die die Neugier des Lesers wecken und den Text beleben. Dieser Effekt entsteht vor allem dann, wenn der Journalist widersprüchliche Zitate nutzt und diese anschließend erklärt, um so den Bogen zur eigentlichen Aussage zu spannen.

Charles Duell, ein leitender Angestellter des US-amerikanischen Patentamts, soll zum Beispiel im Jahr 1899 festgestellt haben:

„Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden.“

Wie falsch Herr Duell mit seiner Einschätzung lag, dürfte jedem Leser klar sein. Der Journalist kann dieses Zitat aber nutzen, um zu betonen, wie besonders eine Innovation ist, die gerade den Markt erobert.

  1. Zitate geben dem Text eine menschliche Stimme.

Auch wenn hinter vielen Schlagzeilen, Meldungen und Ereignissen Menschen und deren Schicksale stehen, ist ein Zeitungsartikel zunächst nur eine sachliche Aneinanderreihung von Wörtern.

Durch Zitate bekommt ein Textbeitrag Stimmen und Gesichter. Für den Leser werden die Inhalte dadurch greifbarer, weil er sich mit den Geschehnissen identifizieren und eine Verbundenheit zu den Beteiligten aufbauen kann.

Außerdem kommt auch hier wieder die Glaubwürdigkeit zum Tragen. Einer Aussage wird mehr Vertrauen geschenkt, wenn sie aus dem Mund eines echten Menschen kommt und eben nicht nur von einem Journalisten vermittelt wird, der als Unbeteiligter berichtet.

5 Tipps für den Einsatz von Zitaten

Dass ein Zitat korrekt wiedergegeben und gekennzeichnet sein muss, versteht sich von selbst. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sollte der Journalist aber noch ein paar andere Aspekte beachten.

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Insbesondere die folgenden fünf Tipps haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Kurze und verständliche Zitate nutzen.

Zitate sollten grundsätzlich kurz sein und die Aussage klar verständlich auf den Punkt bringen. Lange, verschachtelte Sätze oder Formulierungen mit komplizierten Fremdwörtern und Fachbegriffen eignen sich für Zitate nicht.

Selbst wenn der Zitatgeber seine Aussage genau so gemacht hat, sollte der Journalist das Zitat in mehrere Halbsätze aufteilen und an den passenden Stellen in den Text einfügen. Für den Leser ist das angenehmer zu lesen und die Botschaft wird nachvollziehbarer.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Journalist aus dem Zitat ein Statement formt, das inhaltlich und stilistisch passt. Gibt der Zitatgeber sein Okay, kann der Journalist dann die umformulierte Version im Text verwenden.

  1. In den Leser hineinversetzen.

Für den Leser haben Zitate nur dann einen Mehrwert, wenn sie aus seiner Sicht relevant sind. Der Leser muss etwas mit der Aussage anfangen und für sich etwas daraus ableiten oder mitnehmen können.

Vor allem wenn der Zitatgeber für ein Unternehmen spricht, sollte der Journalist deshalb darauf achten, dass nicht der Firmenblickwinkel im Vordergrund steht.

Denn worauf ein Unternehmen Wert legt oder was eine Firma geleistet hat, ist für den Leser eher zweitrangig, wenn er nichts davon hat.

  1. Zitate an den richtigen Stellen einfügen.

Je nachdem, welche Beiträge noch auf der Seite platziert werden müssen, ist es nicht unüblich, dass ein Zeitungsartikel gekürzt wird. Aus diesem Grund werden Artikel auch in aller Regel so verfasst, dass sie vom Ende her zusammengestrichen werden können, ohne an Aussagekraft zu verlieren.

Das Prinzip, die wichtigsten Inhalte am Anfang zu nennen und dann zu Sachverhalten überzugehen, die weniger bedeutungsschwer sind, sollte der Journalist auch im Hinterkopf haben, wenn er Zitate einfügt.

Schließlich bringt das beste Zitat nichts, wenn es nie beim Leser ankommt, weil es im letzten Absatz stand und der Redakteur ausgerechnet diesen gestrichen hat.

  1. Nicht in Werbung verfallen.

Zitate sollen Inhalte greifbarer machen, Aussagen verdeutlichen oder die Glaubwürdigkeit von Botschaften erhöhen. Aber sie bieten keine Bühne für platte Werbung.

Nennt der Zitatgeber mehrfach ein Produkt oder einen Markennamen und verfolgt er damit offensichtlich werbende Absichten, wird der zuständige Redakteur die entsprechenden Passagen ohnehin streichen.

Doch dadurch verliert nicht nur das Zitat, sondern der ganze Text an Wirkung. Der Journalist sollte also darauf achten, dass die verwendeten Zitate inhaltlich relevant und aussagekräftig sind, ohne dabei nach Werbeslogans zu klingen.

  1. Ein Foto des Zitatgebers hinzufügen.

Redakteure wissen es zu schätzen, wenn der Journalist als Zusatzservice ein Foto des Zitatgebers mit passender Bildunterschrift beilegt. Es mag zwar sein, dass das Bild nicht abgedruckt wird.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn es sich beim Zitatgeber um keine bekannte Persönlichkeit handelt und der Artikel eher kurz ausfällt oder ein anderes Bild aussagekräftiger ist.

Trotzdem steigen die Chancen auf eine Veröffentlichung des Beitrags in voller Länge, wenn der Journalist der Redaktion Arbeit abnimmt.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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