Die wichtigsten Merkmale der Reportage

Die wichtigsten Merkmale der Reportage

Viele dürften im Fernsehen schon Reportagen gesehen haben. Doch die Reportage gibt es auch als journalistisches Format in schriftlicher Form. Wie der Bericht zählt die Reportage zu den informativen Textarten. Doch während der Bericht die Informationen klar und sachlich vermittelt, möchte die Reportage sowohl informieren als auch unterhalten. Wir fassen die wichtigsten Merkmale der Reportage zusammen!

Anzeige

Die wichtigsten Merkmale der Reportage

Das ist eine Reportage

Bei der Reportage handelt es sich um einen informativen Text, der sachliche Informationen anschaulich vermittelt. Der Leser soll im besten Fall das Gefühl haben, er wäre selbst dabei gewesen und hätte das Erzählte miterlebt.

In diesem Sinne soll die Reportage nicht nur informieren, sondern auch die Atmosphäre transportieren, in der sich das Geschehen abgespielt hat.

In einer Zeitung kann die Reportage ein reiner Text sein. Möglich ist aber auch eine Fotoreportage, die Text mit Bildern kombiniert. Das Themenspektrum für die Reportage ist groß, von Veranstaltungen über Unternehmen bis hin zu Ländern, Völkern oder Naturereignissen ist alles denkbar.

Die Merkmale einer Reportage

Wie jede Textgattung hat auch die Reportage einige Merkmale, die sie kennzeichnen:

  • Eine Reportage ist immer im Präsens, also der Gegenwartsform, verfasst.

  • Der Journalist ergänzt die sachlichen Informationen zum Geschehen mit seinen Wahrnehmungen und Beobachtungen. Trotzdem bleibt die Beschreibung des Geschehens objektiv. Seine persönliche Meinung gibt der Journalist nicht wieder.

  • Damit die Sprache lebendig wirkt, hat die Reportage einen anschaulichen und bildhaften Stil. Die Sätze sind eher kurz gehalten.

  • Die Reportage beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Für die Perspektivwechsel berücksichtigt der Journalist zum Beispiel verschiedene Zeitpunkte oder Orte.

Die Inhalte einer Reportage

Voraussetzung für eine Reportage ist eine umfangreiche Recherche. Der Autor muss sehr genau über das Thema Bescheid wissen. Andernfalls wird es ihm kaum gelingen, das Thema nicht einfach nur zu beschreiben, sondern aus verschiedenen Perspektiven darzustellen und dem Leser die Stimmung zu vermitteln.

Wie bei vielen journalistischen Textgattungen können auch bei der Reportage die W-Fragen dabei helfen, die relevanten Inhalte zusammenzutragen und dem Artikel Struktur zu geben:

  • Was ist passiert?
  • Wo hat sich das Geschehen ereignet?
  • Wer war daran beteiligt?
  • Wann hat das Ereignis stattgefunden?
  • Wie ist das Geschehen abgelaufen?
  • Warum ist es passiert? Was ging dem Geschehen voraus?
  • Welche Folgen hat das Ereignis?

Wichtig ist, dass der Journalist nicht nur Daten und Fakten zusammenträgt. Stattdessen sollte er möglichst detailliert alles notieren, was er beobachtet und wahrnimmt. Dadurch schafft er die Basis, um das Geschehen anschaulich und greifbar beschreiben zu können.

Der Aufbau einer Reportage

Eine Reportage gliedert sich grundsätzlich in die Einleitung, den Hauptteil und den Schlussteil. Dabei sollte sie einen roten Faden haben und einen Spannungsbogen aufbauen.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Berichterstattung über psychische Erkrankungen

Einleitung

Die Einleitung soll den Leser in das Thema einführen und sein Interesse daran wecken, die ganze Reportage zu lesen. Dazu kann der Journalist den Ist-Zustand beschreiben. Eine andere Möglichkeit ist, eine Frage in den Raum zu stellen, die zum Nachdenken anregt.

Bei der Einleitung darf der Journalist ruhig kreativ werden, um einen interessanten Einstieg zu gestalten, der zum Weiterlesen anregt. Wichtig ist nur, dass der Leser sofort erkennt, welches Thema die Reportage behandelt.

Hauptteil

Im Hauptteil arbeitet der Journalist das Thema der Reportage umfassend aus. Dabei schildert er die sachlichen Informationen, Daten und Fakten. Zusätzlich dazu lässt er seine Beobachtungen und Eindrücke einfließen. Er beantwortet die W-Fragen und klärt das Wie und das Warum des Geschehens.

Das Ziel ist, das Thema ausführlich zu beleuchten und aus verschiedenen Blickwinkeln zu beschreiben.

Der Leser soll die Stimmung wahrnehmen, sich in die Situation hineinversetzen können und das Gefühl haben, selbst dabei gewesen zu sein.

Schlussteil

Der Schluss rundet die vermittelten Informationen und Schilderungen ab. Hat der Journalist die Reportage mit einer Frage eingeleitet, kann er diese jetzt beantworten. Daneben kann er einen Blick auf die Zukunft werfen und schildern, welche Folgen das Ereignis vermutlich haben wird.

Die wichtigsten Merkmale der Reportage

Die wichtigsten Punkte zur Reportage auf einen Blick

Für eine gelungene Reportage, die einerseits den Leser informiert und unterhält und andererseits den formalen Vorgaben an die journalistische Textgattung gerecht wird, sollte der Verfasser folgende Kriterien beachten:

  • Die Zeitform für eine Reportage ist immer das Präsens.

  • Um der Reportage Struktur zu verleihen und alle wesentlichen Angaben zu vermitteln, sollte sich der Journalist an den W-Fragen orientieren und diese beantworten.

  • Beim Schreiben sollte sich der Journalist das Geschehen noch einmal vor Augen führen und detailliert beschreiben, was ihm besonders in Erinnerung geblieben ist. Das können zum Beispiel Beobachtungen oder Aussagen, aber auch Geräusche, Gerüche und ähnliche Dinge sein.

  • Um das Geschehen zu veranschaulichen und die Atmosphäre zu transportieren, sollte der Journalist eine einfache, bildhafte und lebendige Sprache verwenden. Eher kurze Sätze und viele Adjektive sind für den Sprachstil einer Reportage typisch.

  • Die Reportage gliedert sich in die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss. Sie braucht einen roten Faden und sollte einen Spannungsbogen haben.

Das Thema beleuchtet die Reportage aus verschiedenen Blickwinkeln. Obwohl der Journalist seine Eindrücke und Wahrnehmungen einfließen lässt, berichtet er sachlich und objektiv über das Geschehen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Anzeige

Thema: Die wichtigsten Merkmale der Reportage

Autoren Profil:
FB/Twitter

Veröffentlicht von

Autoren Profil:

Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

Kommentar verfassen