11 Arten von Zeitungsartikeln kurz erklärt

11 Arten von Zeitungsartikeln kurz erklärt

Nachricht, Kurzmeldung, Kommentar, Glosse: In einer Zeitung sind verschiedene Textsorten vertreten. Meist behandelt ein Zeitungsartikel ein aktuelles Thema. Das kann ein Ereignis, eine Fragestellung oder eine Entwicklung sein. Der Zeitungsartikel kann sachlich-informativ oder kommentierend über das Thema berichten. Grundsätzlich besteht seine Aufgabe darin, die Informationen bereitzustellen, die ein Leser braucht, um sich eine eigene Meinung bilden zu können.

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11 Arten von Zeitungsartikeln kurz erklärt

Neben reinen Daten und Fakten können dazu auch Zusammenhänge und Hintergrundwissen gehören.

In einer kompakten Übersicht listen wir die elf gängigsten Arten von Zeitungsartikeln auf und erklären kurz, was sie jeweils auszeichnet:

Informative Zeitungsartikel

Je nach inhaltlicher und zeitlicher Komplexität lassen sich verschiedene Arten von Zeitungsartikeln voneinander unterscheiden. Allen Darstellungsformen mit einem informativen Charakter ist aber gemeinsam, dass sie sachlich und wertungsfrei berichten.

  1. Nachricht

Die Nachricht zählt zu den wichtigsten Darstellungsformen in einer Zeitung. Sie berichtet objektiv und in verdichteter Form über ein Ereignis oder Thema. Oft füllt die Nachricht eine Zeitungsspalte.

Ein charakteristisches Merkmal der Nachricht ist der hierarchische Aufbau. Die wichtigsten Angaben stehen gleich am Anfang. Alle weiteren Inhalte ordnet der Journalist in absteigender Wichtigkeit an.

Hintergrund dazu ist, dass die Nachricht auf diese Weise bei Bedarf vom Ende her gekürzt werden kann, ohne dass wesentliche Informationen verloren gehen.

  1. Meldung

Die Meldung konzentriert sich darauf, Informationen in kurzer und kompakter Form zu vermitteln. Deshalb wird manchmal auch von einer Kurzmeldung gesprochen. In einer Zeitung umfasst die Meldung meist nur wenige Textzeilen.

Polizeiberichte oder amtliche Mitteilungen werden oft als Meldung veröffentlicht.

  1. Bericht

Während sich die Meldung auf den Kern eines Geschehnisses oder Sachverhalts beschränkt, enthält der Bericht zusätzliche Informationen. Auch der Bericht informiert wertfrei über ein Ereignis oder Thema, aber eben ausführlicher als die Meldung.

Bei den Zusatzinformationen kann es sich zum Beispiel um Einschätzungen, Stellungnahmen von Betroffenen oder Entwicklungen im Vorfeld handeln.

  1. Reportage

Noch ausführlicher als der Bericht ist die Reportage. Sie gibt nicht nur reine Informationen an den Leser weiter, sondern vermittelt auch Eindrücke, Emotionen und persönliche Erfahrungen der Beteiligten.

Trotzdem bleibt der Journalist sachlich, indem er in die Rolle eines neutralen Beobachters schlüpft.

  1. Porträt

Das Porträt in der Zeitung rückt eine Person des öffentlichen Lebens in den Mittelpunkt. Es beschreibt äußere Merkmale, die Biografie, den Werdegang oder besondere Leistungen, ohne dabei eine Wertung vorzunehmen.

Das Ziel dieser Darstellungsform ist, dem Leser die jeweilige Person näherzubringen.

Oft führt der Journalist im Vorfeld ein ausführliches Gespräch mit der Person oder betreibt eine umfangreiche Recherche.

  1. Feature

Das Feature ist eine Mischung aus Bericht und Reportage. Anders als die Reportage, die den Blick vor allem auf das Ereignis lenkt, betrachtet das Feature aber eher die Hintergründe und Zusammenhänge.

Außerdem erläutert der Journalist die Fakten meist anhand von konkreten Beispielen. Dadurch werden die Inhalte für den Leser besonders anschaulich.

Kommentierende Zeitungsartikel

Bei informativen Zeitungsartikeln bilden Sachlichkeit und Objektivität die Grundlage. Das Ziel ist, den Leser präzise mit aktuellen und wichtigen Informationen zu versorgen. Es gibt aber auch Arten von Zeitungsartikeln, in die der Standpunkt des Journalisten einfließt.

  1. Kommentar

In einem Kommentar bezieht der Journalist Stellung zu einem politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Geschehen. Dabei beschreibt und analysiert er einen Sachverhalt, um auf dieser Basis seine eigene Meinung auszudrücken.

Das Ziel dabei ist, den Leser anzuregen, sich ebenfalls eine eigene Meinung zu bilden.

Die persönliche Ansicht des Journalisten ist die Kernaussage eines Kommentars. Dabei kann er auch auf Stilmittel wie zum Beispiel Ironie zurückgreifen.

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Außerdem vereinfacht er einen komplexen Sachverhalt oft, damit der Leser den Kommentar nachvollziehen kann, auch wenn er sich mit dem Thema weniger gut auskennt.

  1. Kolumne

Die Kolumne ist eine spezielle Variante des Kommentars. Sie spiegelt die Ansichten des Journalisten wider, dient aber oft in erster Linie der Unterhaltung oder der Leserbindung.

Aus diesem Grund muss eine Kolumne nicht unbedingt aktuelle Geschehnisse thematisieren, sondern kann genauso Geschichten aus dem Alltag erzählen.

Die Kolumne erscheint täglich oder wöchentlich in der Zeitung und steht immer an der gleichen Stelle. Sie wird üblicherweise in der Ich-Form formuliert und vom gleichen Journalisten oder einem Gastautor verfasst.

  1. Glosse

Die Glosse ist eine kurze Darstellungsform. Sie äußerst sich meist zu einem aktuellen Thema und stellt die Kritik dabei in einen originellen oder witzigen Kontext. Der entscheidende Unterschied zum Kommentar besteht in der Sprachfertigkeit.

Die Glosse nutzt Wortspiele, überspitzt Formulierungen und endet oft mit einer tiefsinnigen oder lustigen Pointe.

Ihr wesentliches Ziel ist, den Leser zum Nachdenken anzuregen. In der Zeitung ist die Glosse meist in einer Randspalte untergebracht.

  1. Kritik

Die Kritik wird auch als Rezension bezeichnet und befasst sich mit kulturellen Inhalten wie Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerten oder Büchern.

Der Kritiker führt Sachargumente an und zeigt auf, welche Maßstäbe er anlegt.

In der Kritik verbindet der Journalist also inhaltliche Informationen mit seiner persönlichen Wertung.

  1. Interview

Beim Interview handelt es sich um die Aufzeichnung eines Gesprächs. Es besteht zwar aus Fragen, die der Journalist stellt, und den Antworten der interviewten Person. In der Zeitung muss der Text aber nicht unbedingt in Dialogform erscheinen.

Stattdessen kann der Journalist auch nur einzelne Aussagen wörtlichen zitieren und die übrigen Gesprächsinhalte kürzen oder in einen Fließtext umschreiben.

Grundsätzlich lässt sich das Interview in drei Formen einteilen. Beim Personeninterview beantwortet der Gesprächspartner Fragen zu seiner Person und seinem Leben. Das Meinungsinterview bietet dem Gesprächspartner die Möglichkeit, seine Meinung zu einem Thema zu erläutern.

Ein Sachinterview führt der Journalist mit einem Experten, der Auskunft über ein bestimmtes Thema gibt.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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