Was macht einen guten Verbrauchertext aus?

Was macht einen guten Verbrauchertext aus?

Wer sich in der Fachliteratur und auf einschlägigen Seiten im Internet auf die Suche nach Qualitätskriterien für Verbrauchertexte macht, findet oft nicht allzu viele Informationen. Denn die meisten Beiträge beschäftigen sich mit journalistischen Darstellungsformen im klassischen Sinne. Doch was für Nachrichten, Meldungen, Berichte, Reportagen und andere typische Zeitungsartikel gilt, lässt sich nur eingeschränkt auf Verbrauchertexte übertragen.

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Was macht einen guten Verbrauchertext aus

Auch Autoren und Texter, die sich um Journalismus für Verbraucher mit Mehrwert bemühen, sind nicht immer eine Hilfe. Sie erklären zum Beispiel, dass es auf das konkrete Thema ankommt, letztlich alles Geschmackssache ist oder die Erfahrung zum notwendigen Gespür führt.

Natürlich ist es nicht falsch, dass das Thema eine wesentliche Rolle spielt. Schließlich ist ein Text mit Tipps, worauf Verbraucher beim Abschluss eines Versicherungsvertrags achten sollten, nur bedingt mit einem Text über die Ursachen für Lieferengpässe im Einzelhandel oder Kochrezepten für saisonales Gemüse vergleichbar.

Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die einen guten Verbrauchertext ausmachen:

Klare Botschaft

Ein guter Verbrauchertext braucht eine konkrete Aussage. Er sollte eine Botschaft haben, die für den Leser als Verbraucher relevant ist und sich als roter Faden durch den ganzen Text zieht.

Damit das gelingt, sollte der Verfasser für sich zwei Fragen klären, bevor er mit dem Schreiben beginnt. Die erste Frage ist, was genau er seinen Lesern vermitteln möchte. Worüber will er informieren? Was möchte er den Lesern mit auf den Weg geben? Die zweite Frage ist, an wen sich der Text richtet. Wer ist die Zielgruppe?

Die Antworten auf diese Fragen liefern das Grundgerüst für den Verbrauchertext.

Ansprechende Überschrift

Wie jeder Beitrag spielt auch bei einem Verbrauchertext die Überschrift eine wesentliche Rolle. Im Idealfall bringt sie die Kernaussage auf den Punkt und weckt gleichzeitig das Interesse, den Text zu lesen.

Ein pfiffiges Wortspiel, ein schlüssiges Bild oder eine griffige Frage können gute Ansätze für die Überschrift liefern. Anders als bei der Schlagzeile für einen klassischen Zeitungsartikel kann der Verfasser aber auch auf probate Muster zurückgreifen und den Nutzwert benennen.

„5 Tipps für Ihre Geldanlage“ oder „So kommen Sie aus dem Winter-Blues“ sind Beispiele für Titel in diesem Stil.

Interessante Einleitung

Die ersten zwei, drei Sätze des Beitrags entscheiden darüber, ob der Leser den Text weiterliest oder ob er zum nächsten Artikel übergeht. Deshalb sollte der Verfasser darauf achten, dass er den Einstieg in den Verbrauchertext interessant und aussagekräftig gestaltet.

Im Optimalfall formuliert er die Einleitung so gut, dass sich selbst ein Leser angesprochen fühlt, der sich für das Thema eigentlich gar nicht großartig interessiert.

Für den Einstieg kann der Verfasser eine originelle Metapher oder eine überraschende Aussage wählen, um dann die Brücke zu seinem eigentlichen Thema zu schlagen. Genauso ist möglich, gleich mit wichtigen Informationen einzusteigen, die der Leser als Basis- und Hintergrundwissen benötigt. Oder der Verfasser formuliert direkt und ohne Umschweife, welchen Nutzen der Text für den Leser hat.

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Übersichtliche Struktur

Während die Überschrift das Interesse wecken und die Einleitung den Leser in den Text begleiten soll, vermittelt der Hauptteil die eigentlichen Informationen. Hier ist wichtig, dass der Verfasser auf eine lesefreundliche, übersichtliche und in sich stimmige Struktur achtet. Vor allem bei einem langen Verbrauchertext ist eine klare Gliederung mit Absätzen und Zwischenüberschriften Pflicht.

Der Verfasser sollte seine Aussagen präzise auf den Punkt bringen und auf den roten Faden achten. Außerdem sollte er im Thema nicht hin- und herspringen. Denn wenn er neue Informationen dauernd mit anderen Aspekten mischt, kann der Leser früher oder später nicht mehr folgen.

Gliedert der Verfasser den Text in Absätze, sollte also jeder Abschnitt eine in sich geschlossene Aussage kommunizieren.

Als Abschluss kann der Verfasser einen übergeordneten Ratschlag formulieren oder ein Fazit ziehen. An diesem Punkt liegt übrigens ein wesentlichen Unterschied zwischen einem journalistischen Artikel und einem Verbrauchertext. Denn der klassische Zeitungsartikel bemüht sich um Neutralität.

Er schafft ein Gleichgewicht, beleuchtet beide Seiten und liefert dem Leser so auf neutrale Art die Grundlage, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Von einem Verbrauchertext hingegen erwartet der Leser eine klare Position, einen konkreten Lösungsvorschlag oder einen nachvollziehbaren und umsetzbaren Tipp.

Lesefreundliche Sprache

Einen Verbrauchertext schreibt der Verfasser meist für den durchschnittlichen Verbraucher. Aus diesem Grund sollte er einen Sprachstil wählen, der gut verständlich ist und sich angenehm lesen lässt.

Eine ausgewogene Mischung aus längeren und kürzeren Sätzen, anschauliche Formulierungen und passende Beispiele sind dabei wichtig.

Außerdem sollte der Verfasser versuchen, komplizierte Fremdwörter und sehr spezifische Fachbegriffe zu vermeiden. Sind sie unumgänglich, sollte der Verfasser die Erklärungen dazu liefern.

Echter Mehrwert 

Ein Verbrauchertext lebt davon, dass er einen echten Nutzen für den Leser hat. Nach der Lektüre sollte der Leser das Gefühl haben, dass es sich gelohnt hat, den Beitrag zu lesen. Dabei kann sich dieser Mehrwert daraus ergeben, dass der Leser jetzt etwas weiß, was er vorher so nicht wusste. Aber auch ein unterhaltsamer Text, der dem Leser ein paar kurzweilige Momente beschert hat, kann ein Mehrwert sein.

Unterm Strich geht es also darum, dem Leser etwas zu bieten. Wenn der Verbrauchertext ein Thema behandelt, das der Leser in dieser Form schon hundertmal gelesen hat, fehlt der Nutzen.

Gleiches gilt, wenn der Verfasser Inhalte kommuniziert, die nichts mit der Lebensrealität des Lesers zu tun haben und für ihn deshalb weder relevant noch nachvollziehbar sind.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, Jahrgang 69, freier Journalist, Sabine Lankmann, 37 Jahre, Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre, Journalist und Christian Gülcan, 44 Jahre, Webseiten-Betreiber und Redakteur. Wir möchten Wissenswertes vermitteln über die Pressearbeit und Journalismus, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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