E-Book – was ist das eigentlich?

E-Book – was ist das eigentlich?

Vermutlich hat jeder noch das eine oder andere Buch im Schrank. Dieses Buch hat Seiten aus Papier, die vielleicht Eselsohren haben, mit Eintragungen versehen und schon etwas vergilbt sind. Der Einband ist entweder fest und hart oder es ist ein Taschenbuch. Das Buch hat nur wenige Seiten oder es ist sehr dick.

E-Book - was ist das eigentlich

Bei dem Buch kann es sich um ein Schulbuch, ein Lexikon, einen Roman oder ein Sachbuch handeln. Aber unabhängig davon, wie das eigene, gute, alte Buch auch aussieht, es hat durch eine neue Form von Büchern Konkurrenz bekommen.

Die Rede ist vom sogenannten E-Book. Ähnlich wie Zeitungen, die heute sowohl im klassischen Papierformat als auch als Online-Ausgaben im Internet zur Verfügung stehen, ist auch das traditionelle Buch in der modernen, digitalen Welt angekommen.

Statt sich für eine Lektüre entscheiden zu müssen, ist es heute möglich, eine ganze Bibliothek mit sich herumzutragen und die darin enthaltenen Bücher überall zu jeder Zeit zu lesen.

Aber: E-Book – was ist das eigentlich?

E-Book?

Gemäß Duden lautet die offizielle Schreibweise E-Book, es werden aber auch Bezeichnungen und Schreibweisen wie ebook, eBook, E-Buch oder Digitalbuch verwendet.

Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, digitalisierte Texte in verschiedenen Formen und unterschiedlichen Formaten zu lesen. Ursprünglich war das E-Book an das traditionelle Buch angelehnt.

Das bedeutet, das gebundene Buch in Papierform wurde digitalisiert und konnte danach als elektronisches Buch gelesen werden. Im Prinzip passierte mit dem Buch somit ähnliches wie mit dem Brief, der in elektronischer Form zur E-Mail wurde.

Mittlerweile hat sich das E-Book jedoch weiterentwickelt und hat durch beispielsweise Musik, Fotos oder Videos weit mehr zu bieten als sein traditionelles Vorbild.

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Wie ist das E-Book entstanden?

Die Geschichte des E-Books beginnt 1971. Seinerzeit machte es sich das nicht kommerzielle „Project Gutenberg“ zum Ziel, interessierten Lesern rechtefreie Literatur in digitaler Form kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Strenggenommen handelte es sich aber noch nicht um echte E-Bücher, denn weil es in erster Linie um die Inhalte ging, wurde die Texte in unstrukturierten Formaten angeboten.

Das erste wirkliche E-Book, das vollständig am Bildschirm des Computers gelesen wurde, kam 1988 auf den Markt. Die möglichen und teils auch notwendigen Kosteneinsparungen beim Druck und Vertrieb von Büchern sollten die Entwicklung des E-Books in den Folgejahren begünstigen.

Allerdings beschränkte sich dies zunächst auf Medien wie Gebrauchsanweisungen, Anleitungen für Computerspiele und Handbücher.

Sowohl die Leser als auch die Verlage und die Buchhändler standen digitalen Büchern recht skeptisch gegenüber. Gerade im Zusammenhang mit Literatur als Kulturgut wurden das Aussehen und auch das Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten und darin blättern zu können, als entscheidende Kriterien angesehen.

Im Bereich der Belletristik blieb das E-Book deshalb lange Zeit ein Nischenprodukt. Bei Fachliteratur sah dies ganz anders aus.

Da es hier nicht auf buchtypische Eigenschaften ankommt, sondern der praktische Nutzen im Vordergrund steht, sollten digitale Publikationen rasch eine wichtige Rolle spielen.

Anders als beim herkömmlichen Buch ist es in einem E-Fachbuch beispielsweise möglich, eine Volltextsuche zu nutzen, um gezielt bestimmte Inhalte zu finden. So war 2007 schon fast ein Drittel aller Fachbücher als E-Book erhältlich.

Allmählich erkannten die Leser und die Verlage das Potenzial, das im E-Book steckt und so kamen immer wieder neben klassischen Büchern auch E-Bücher auf den Markt.

Einen echten Boom erlebten die digitalen Bücher, als der weltweit größte Online-Buchhändler eine eigene Plattform für diese Form von Medien etablierte.

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Nun war es möglich, Bücher in digitaler Form zu kaufen und bequem auf jedem Computer zu lesen. Zudem kam passend zur Plattform ein gleichnamiges Ausgabegerät auf den Markt, durch das eine digitale Bibliothek angelegt und mobil genutzt werden konnte.

Andere Hersteller zogen nach und schon bald standen flächendeckend verschiedene E-Book-Reader in unterschiedlichen Preisklassen zur Verfügung.

Dank entsprechender Software ist es mittlerweile möglich, die digitalen Bücher auch auf einem Tablet und sogar auf dem Smartphone zu lesen.

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Wird das E-Book das klassische Buch ersetzen?

Heute kommen fast täglich neue Bücher aus allen Genres als E-Books auf den Markt. Teils handelt es sich dabei um die Werke bekannter und renommierter Schriftsteller, teils sind es Sach- und Fachbücher und teilweise nutzen unbekannte Autoren diese Möglichkeit, um ihr Erstlingswerk kostengünstig zu veröffentlichen.

Die permanente technische Weiterentwicklung hat dazu geführt, dass E-Books in verschiedenen Formaten verfügbar, mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen ausgestattet und über diverse Lesegeräte nutzbar sind.

Trotzdem werden sie das klassische Buch vermutlich nicht ersetzen können. Dies liegt zum einen daran, dass das Lesen eines E-Books nicht damit vergleichbar ist, ein echtes Buch anzufassen und darin zu blättern.

Ähnliches gilt ja auch für Zeitungen, die als Online-Ausgaben zwar praktisch, aber eben auch kein Vergleich zu einer richtigen Papierzeitung sind.

Ein anderer Grund ist, dass gar nicht die Absicht verfolgt wird, echte Bücher allmählich durch E-Books zu ersetzen.

Das E-Book wird vielmehr als ein eigenständiges, gänzlich neues Medium verstanden, das sich die vielfältigen Möglichkeiten der Computertechnologie zunutze macht und dem das herkömmliche Buch lediglich als eine Art Vorbild diente.

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E-Book-Formate im Überblick – und warum „reflow“ wichtig ist

EPUB ist das Standard-Format für E-Books. Es ist „reflowable“: Text passt sich flexibel an Displaygröße und Schriftgröße an – ideal für längere Lektüre.

PDF ist statisch (fixed layout): perfekt für Formulare, wissenschaftliche Arbeiten, Comics – weniger angenehm auf kleinen Displays.

Kindle-Formate (AZW/KFX) sind Amazons Varianten, MOBI gilt als überholt. Klingt technisch?

Entscheidender Unterschied ist dein Lesegefühl: Willst du frei zoomen, markieren, Schriftgröße ändern – oder exakt gesetzte Seiten sehen?

Lesegeräte & Apps: E-Ink oder Display?

E-Reader (z. B. Kindle, Tolino, Kobo) nutzen E-Ink. Das wirkt papierähnlich, ist augenfreundlich und sparsam im Stromverbrauch. Stärken: lange Akkulaufzeiten, blendfreie Displays, integrierte Beleuchtung.

Tablets/Smartphones (Apple Books, Google Play Books, Kindle-App) punkten mit Farbe, Geschwindigkeit und Multimedia. Perfekt für PDFs, Magazine, Lehrbücher.

Typische Komfortfunktionen:

  • Wörterbuch, Übersetzungen, Notizen/Markierungen mit Export
  • Schriftgröße, Zeilenabstand, Ränder, Nachtmodus
  • Cloud-Sync: nahtlos dort weiterlesen, wo du aufgehört hast – auf jedem Gerät

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Kaufen, leihen, abonnieren: So kommst du legal an E-Books

  • Kaufen: in Shop-Ökosystemen (z. B. Kindle-Store, Tolino-Partner, Kobo, Apple Books, Google Play Books).
  • Leihen: viele Bibliotheken bieten E-Books digital an (Stichwort Onleihe) – bequem von der Couch.
  • Abos/Flatrates: Zugriff auf große Kataloge, solange das Abo läuft.
  • Sideloading: eigene Dateien auf den Reader laden (z. B. via USB oder Calibre). Praktisch für freie Inhalte, Whitepapers oder Selbstpublikationen.

DRM, Wasserzeichen & die Frage: „Gehört mir das Buch?“

E-Books sind oft lizenziert, nicht „gekauft“ im klassischen Sinn. DRM (Digital Rights Management) beschränkt Kopieren, Teilen oder Konvertieren – und kann die Weitergabe an Familie/Freunde einschränken.

Wasserzeichen sind eine mildere Variante: keine technische Hürde, aber eine Markierung.

Für Nutzer heißt das: Prüfe vor dem Kauf, ob und wie du Titel sichern, verleihen oder auf anderen Geräten lesen kannst. (Tipp: Shops weisen DRM/Wasserzeichen aus.)

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Barrierefreiheit & Lesekomfort: Lesen, wie es für dich passt

Digitale Bücher können Hürden abbauen: dynamische Schriftgrößen, Vorlesefunktionen, Screenreader-Unterstützung, kontraststarke Themes und Dyslexie-Schriften helfen, Inhalte zugänglich zu machen.

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Auch für konzentriertes Arbeiten ist gesorgt: Volltextsuche, Kapitel-Sprungmarken und Notiz-Export beschleunigen Recherche und Zitate.

E-Books selbst erstellen: kurz & praxisnah

Planst du ein eigenes E-Book? Kläre früh: Reflow (für Romane, Ratgeber) oder Fixed-Layout (für reich bebilderte Werke, Comics, Lehrbücher).

Achte auf saubere Semantik (Überschriften-Hierarchie, Alternativtexte), teste auf mehreren Geräten/Apps und vergiss ISBN und Metadaten (Titel, Untertitel, Autor:in, Schlagwörter) nicht.

Gute Metadaten verbessern Auffindbarkeit – auch in KI-Antworten, die nach klar benannten Entitäten suchen. (Stichwort: LLMO/GEO)

Nachhaltigkeit & Langfristigkeit

Ob E-Books „umweltfreundlicher“ sind als Print, hängt stark von Nutzungsdauer und Geräteproduktion ab. Was du konkret tun kannst: Reader lange nutzen, Updates einspielen, Backups deiner Bibliothek anlegen und auf offene Formate setzen, die sich langfristig migrieren lassen.

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Mini-FAQ (schnell, konkret)

E-Book vs. Hörbuch? Unterschiedliche Medien: lesen vs. hören. Viele Plattformen bieten beides – teils im Bundle.
Kann ich E-Books verschenken? Je nach Shop ja – mit Einschränkungen durch DRM/Lizenzen.
Was heißt „Reflow“? Der Text passt sich dynamisch an. Bessere Lesbarkeit auf kleinen Displays.

Checkliste: Dein erstes E-Book in 5 Schritten

  1. Reader oder App wählen (E-Ink für lange Lektüre, Tablet/Smartphone für PDF & Farbe).
  2. Format verstehen (EPUB für Reflow-Komfort, PDF/Fixe Layouts für exakte Seiten).
  3. Quelle wählen (Shop, Bibliothek, Abo; DRM-Hinweise prüfen).
  4. Komfort einrichten (Schrift, Nachtmodus, Wörterbuch, Sync).
  5. Notizen & Highlights exportieren – so wird dein E-Book zum Arbeitswerkzeug.

Mehr Tipps, Anleitungen und Ratgeber:

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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