Wie wird eine Meldung geschrieben?

Wie wird eine Meldung geschrieben?

Auf den Punkt gebracht, was wichtig ist. – So ließe sich die Meldung als journalistische Darstellungsform vielleicht ganz gut beschreiben. Was eine Meldung ausmacht und wie sie verfasst wird, erklären wir in diesem Beitrag.

Die Meldung ist die kürzeste Form der journalistischen Berichterstattung. Sie taucht sehr oft auf und kommt in praktisch allen Themenbereichen zum Einsatz, also egal ob es um Politik, Wirtschaft, Sport oder Kultur geht.

Damit gehört das Schreiben von Meldungen zu den Grundlagen der journalistischen Arbeit und die Meldung zum elementaren Handwerkszeug eines jeden Journalisten.

Nur: Wie wird eine Meldung geschrieben? Gibt es einen festen Aufbau? Und worauf zielt eine Meldung eigentlich ab?

 

Die Funktion einer Meldung

Die Aufgabe einer Meldung besteht darin, den Leser kurz und knapp über ein Ereignis, ein Geschehen oder einen anderen aktuellen Sachverhalt zu informieren. Dabei bleibt die Meldung sachlich und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Frei nach dem Motto “KISS = keep it short and simple”, wird auf Hintergrundinformationen, Ausschmückungen oder nette Wortspielereien verzichtet. Stattdessen bringt die Meldung das auf den Punkt, was zu dem Sachverhalt gesagt werden muss.

 

Die Inhalte einer Meldung

Die Meldung, die auch Agenturmeldung oder Zeitungsmeldung genannt wird, fasst die wichtigsten Informationen zu einem Sachverhalt zusammen. Doch auch wenn die Meldung kurz und knapp gehalten ist, muss sichergestellt sein, dass der Leser die Informationen richtig einordnen kann. Schließlich ist die Meldung letztlich ein Bericht, nur eben in sehr kompakter und reduzierter Form.

Wie bei fast allen anderen journalistischen Darstellungsformen bilden deshalb auch beim Schreiben einer Meldung die sogenannten W-Fragen das Grundgerüst. Dabei sind es im Journalismus sieben W-Fragen, nämlich:

  1. Was ist geschehen?
  2. Wer war daran beteiligt?
  3. Wann ist es passiert?
  4. Wo ist es geschehen?
  5. Warum kam es zu dem Ereignis?
  6. Wie hat es sich abgespielt?
  7. Woher, also aus welcher Quelle, stammen die Informationen?

Die vier ersten W-Fragen sollte eine Meldung immer beantworten. Denn ohne diese Angaben wird der Leser die Meldung kaum nachvollziehen können. Im Unterschied dazu sind die drei anderen W-Fragen, die sich auf den Hintergrund (warum?) und die Umstände (wie?) des Ereignisses sowie auf die Quelle des Journalisten (woher?) beziehen, für eine Meldung nicht unbedingt notwendig.

Wenn die Meldung auch ohne diese Angaben klar, verständlich und umfassend genug ist, können die Informationen in einem späteren Artikel nachgereicht werden.

Der Aufbau einer Meldung

Es gibt Meldungen, die gerade einmal eine Zeile lang sind. „Person XY ist heute Nachmittag seinem schweren Krebsleiden in einem Berliner Krankenhaus erlegen.“ wäre ein Beispiel für eine solche Meldung. Und obwohl sie wirklich sehr kurz ist, ist damit alles Wichtige gesagt. Denn der Leser erfährt, was passiert ist, wer der Betroffene war und wann und wo sich das Geschehen ereignet hat.

Die meisten Meldungen sind dann aber doch ein bisschen länger. Dabei gibt es einen festen Aufbau, dem eine klassische Zeitungsmeldung folgt:

 

Leadsatz

Den Anfang macht der Leadsatz oder kurz Lead. Er ist der erste Satz und nennt gleichzeitig die wichtigsten Informationen der Meldung. Der Lead dient damit einerseits als Einleitung und andererseits als eine Art Kurzzusammenfassung. Dazu beantwortet der Lead die Frage nach dem Was und oft auch nach dem Wer.

Wenn der Ort oder der Zeitpunkt des Geschehens für die Meldung sehr wichtig sind, werden diese Angaben ebenfalls in den Leadsatz aufgenommen. Trotzdem sollte der Leadsatz maximal 20 Wörter umfassen, damit er markant und aussagekräftig bleibt.

Sofern möglich, sollte der Leadsatz im Präsenz stehen und im Aktiv formuliert sein. Dadurch wirkt die Aussage lebendiger, spannender und spricht den Leser direkter an. Muss der Journalist zu einer Vergangenheitsform greifen, wird der Lead ins Perfekt gesetzt. Im Imperfekt wird der Lead nicht formuliert. Der Journalist schreibt also beispielsweise „XY ist erlegen…“ und nicht „XY erlag…“.

 

Detailabsatz

Der zweite Satz einer Meldung wird auch als Detailabsatz bezeichnet. Er führt den Leadsatz weiter aus und beantwortet die W-Fragen, die jetzt noch offen sind und für das Verständnis der Meldung benötigt werden. Danach können noch ein, zwei weitere Sätze folgen, die die Meldung in einen größeren Zusammenhang einordnen.

Notwendig ist das aber nur, wenn der Leser diese Informationen braucht, um die Meldung zu verstehen. Ansonsten können ausführliche Angaben in einem anderen Beitrag ausgearbeitet werden. Denn die Meldung ist kein umfangreicher Bericht und keine Reportage. Stattdessen versteht sie sich als Kurznachricht, die zunächst einmal nur die entscheidenden Informationen bereitstellt.

Der Detailabsatz und die Hintergrundinformationen stehen üblicherweise im Imperfekt.

 

Zukunftssatz

Zum Schluss kann die Meldung einen kurzen Ausblick auf die Zukunft geben oder beantworten, wie es jetzt weitergeht. Da sich diese Angaben auf die Zukunft beziehen, heißt der letzte Satz auch Zukunftssatz.

Steht fest, welche Folgen das Ereignis haben wird, kann der Schlusssatz im Futur stehen. Ansonsten wird er im Konjunktiv formuliert, eventuell mit Verweis auf die Quelle.

Damit ist die Meldung in ihrer klassischen Form auch schon fertig. Und um es anschaulicher zu machen, hier noch ein Beispiel, wie eine Meldung aus Lead, Detailabsatz und Zukunftssatz aussehen kann: „Berlin: Politiker XY legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Das verkündete der Pressesprecher der Partei überraschend am Nachmittag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Er begründete diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen. XY selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge könnte Politiker XY seine Nachfolge übernehmen.“

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