Was muss ein Autor eigentlich können?

Was muss ein Autor eigentlich können?

Der Autor ist kein klassischer Ausbildungsberuf und es gibt auch keinen verbindlich vorgeschriebenen Weg für jemanden, der sein Geld mit dem Schreiben von Texten verdienen möchte. Eigentlich fängt es schon damit an, dass kaum Einigkeit darüber herrscht, was ein Autor überhaupt ist.

Was muss ein Autor eigentlich können

Rein sprachlich gesehen, können die Bezeichnungen Autor und Verfasser synonym verwendet werden. In diesem Sinne ist aber jeder, der schon einmal irgendeinen Text verfasst hat, der Autor eben dieses Textes.

Ob es sich dabei um einen Artikel, ein Gedicht, eine Geschichte, einen Brief oder auch nur um eine kurze Notiz handelt, spielt letztlich keine Rolle. Nun wird sich allerdings jemand, der gelegentlich einen Brief schreibt, vermutlich nicht als Autor bezeichnen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Autor für jemanden verwendet, der regelmäßig Texte verfasst, um diese dann auch zu veröffentlichen. Eine Aussage über die Art der Texte macht die Bezeichnung Autor aber nicht.

Das bedeutet, jemand, der für eine Zeitung schreibt oder als Werbetexter arbeitet, ist genauso ein Autor wie jemand, der wissenschaftliche Abhandlungen oder belletristische Texte verfasst.

Die Berufsbezeichnungen Autor und Verfasser sind somit eher neutrale Begriffe.

Im Unterschied dazu wird die Bezeichnung Schriftsteller hauptsächlich mit Literatur und Büchern in Verbindung gebracht, während der Dichter üblicherweise mit dem Verfassen von Gedichten assoziiert wird.

Nachdem es nun aber keine bestimmte Ausbildung gibt und unabhängig von allen möglichen Definitionen, bleibt die Frage, welche Voraussetzungen jemand mitbringen sollte, der sein Geld mit dem Schreiben von Texten verdienen will.

Anders gefragt also, was muss ein Autor eigentlich können?

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Ein Autor sollte für Leser schreiben wollen.

Genauso wie ein Händler, der Käufer benötigt, oder ein Dienstleister, der auf Kunden angewiesen ist, braucht auch ein Autor Abnehmer. Dabei sind die Leser diejenigen, die das Publikum des Autors bilden. Genau für dieses Publikum sollte der Autor seine Texte nicht nur verfassen, sondern auch schreiben wollen.

Das bedeutet, ein Autor muss lernen, die richtige Mischung zwischen seinen eigenen Vorlieben und Interessen und dem, was sein Publikum lesen möchte, zu finden.

Ein Autor, der nur über das schreibt, was ihn selbst interessiert und dabei potenzielle Leser aus den Augen verliert, riskiert, dass er keine Abnehmer findet.

Andersherum wird bei den Texten eines Autors, der sich nur mit einem Thema beschäftigt, weil es seine Leser vermutlich interessiert, zu spüren sein, dass die Leidenschaft für dieses Thema fehlt.

Ein Autor braucht ein gewisses Maß an Talent.

Auch wenn sich viele Autoren als Künstler sehen und selbst in eher bodenständigen Sparten wie dem Journalismus oder dem Werbetexten von kreativen Köpfen gesprochen wird, ist das Schreiben ein erlernbares Handwerk.

Unbestritten ist dabei aber selbstverständlich, dass ein gewisses Talent sehr hilfreich sein kann. Dieses Talent kann darin bestehen, dass jemand sehr kreativ ist und dass schon ein Stichwort ausreicht, um die Ideen nur so sprudeln zu lassen.

Genauso kann es sein, dass jemand überaus begabt im Umgang mit der Sprache ist oder sich aus dem Stehgreif die schönsten Geschichten ausdenken kann.

Talent alleine macht einen erfolgreichen Autor jedoch nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, dass der Autor seine vorhandene Begabung zu nutzen weiß, wobei dies voraussetzt, dass er sein Handwerkszeug beherrscht.

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Der Autor muss sein Handwerk beherrschen.

Genauso wie ein Musiker, ein Maler, ein Sportler oder ein Handwerker kann auch ein Autor sein Talent und seine Kreativität erst dann voll entfalten, wenn er sein Handwerk beherrscht und bereit ist, permanent an seinen Techniken zu feilen.

Das Handwerkszeug des Autors ist die Sprache und der Autor kann dann mit seinem Handwerkszeug umgehen, wenn er die Sprache für seine Zwecke nutzen und so einsetzen kann, dass er damit die gewünschte Wirkung erzielt.

Ein Baustein hierbei sind die Rechtschreibung und die Grammatik, ein anderer Baustein ist das Vokabular.

Dies sind aber tatsächlich nur zwei Bausteine, denn ein gelungener Text entsteht nicht alleine dadurch, dass der Autor grammatikalisch richtig geschrieben, keine Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler gemacht und viele verschiedene Wörter verwendet hat.

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Ein Autor muss vielmehr lernen, die Stilmittel, die ihm die Sprache bietet, gekonnt und passend einzusetzen. Das bedeutet, er muss mit der Sprache spielen können, entscheiden können, wann kurze und wann lange Sätze, wann ein gehobener und wann ein lockerer Stil angemessen sind.

Er muss einem Text Struktur geben können und erkennen, was sein Text braucht und welche Passagen überflüssig sind.

Ein Autor braucht Disziplin.

Ein Autor muss diszipliniert arbeiten, wobei Disziplin gleich in mehrerlei Hinsicht erforderlich ist. So gilt zunächst einmal auch beim Schreiben, dass Übung den Meister macht.

Es dauert seine Zeit, bis der Autor sein Handwerk beherrscht und seinen Stil gefunden hat. Aber selbst ein erfahrener Autor, der schon seit vielen Jahren schreibt, lernt nie aus.

Die Sprache entwickelt sich permanent weiter und es wird immer kleine Schwächen oder angewöhnte Fehler geben, an denen es zu arbeiten gilt.

Disziplin ist aber auch dahingehend erforderlich, als dass das Lernen und Weiterentwickeln der handwerklichen Fähigkeiten drei wesentliche Faktoren umfasst, nämlich das Schreiben, das Lesen und die Kritikfähigkeit.

Ein Autor lernt und übt, indem er selbst Texte verfasst. Genauso lernt er aber auch, indem er viel und intensiv Texte anderer Autoren liest.

Außerdem kann der Autor aus dem Feedback lernen, das er für seine Arbeiten erhält. Daneben ist Disziplin erforderlich, wenn es um das tägliche Arbeiten geht.

Vor allem freiberufliche Autoren haben oft keine geregelten Arbeitszeiten und sicherlich ist die Versuchung groß, die Arbeit liegenzulassen, wenn die Lust ein wenig fehlt.

Wer professionell arbeiten möchte, muss aber ein bestimmtes Pensum schaffen und manchmal geht dies eben nicht ohne eiserne Disziplin.

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Recherchieren wie ein Profi

Ein guter Text beginnt mit solider Recherche. Dazu gehören Primärquellen, verlässliche Sekundärquellen, saubere Quellenprüfung und – wenn nötig – kurze Interviews.

Schreib dir Fragen wie in einem Mini-Exposé auf: Was ist belegt? Was ist Meinung? Wo fehlen Daten?

Gerade bei Sachthemen schützt sorgfältiges Fact-Checking vor Fehlern – und stärkt dein Vertrauen beim Leser.

Struktur und Dramaturgie geben Orientierung

Ob Reportage, Ratgeber oder Kurzgeschichte: Struktur entscheidet über Lesefluss. Nutze Outline, Zwischenüberschriften, Absatzlogik und – in der Belletristik – Erzählperspektive und Spannungsbogen.

Ein klarer roter Faden erleichtert das Kürzen, Umstellen und pointierte Formulieren.

Frag dich: Ist jede Passage funktional? Wenn nicht, raus damit.

Überarbeiten als Methode: Vom Entwurf zum Lektorat

Schreiben ist Umschreiben. Ein schneller 1. Entwurf, dann Distanz, lautes Lesen, Kürzen, Stilcheck (Tempo, Satzlängenmix, aktive Verben), Faktencheck, finale Korrektur.

Iteratives Arbeiten – auch mit Varianten – erhöht die Qualität und hält dich beweglich.

Moderne Workflows setzen auf kleine, eigenständige Text-Chunks (100–300 Tokens) mit klaren Überschriften; so lassen sich Abschnitte gezielt testen und von GenAI-Systemen besser „greifen“.

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Sichtbarkeit heute: Leser – Suchmaschinen – KI-Assistenten

Du schreibst für Menschen. Gleichzeitig wird dein Text heute oft über KI-gestützte Suche gefunden. Der Google AI-Mode zerlegt Suchanfragen in Sub-Queries („Query Fan-Out“) und setzt Antworten aus einzelnen Absätzen zusammen – inkl. Zitaten.

Deshalb wirken eigenständige, informative Absätze mit klarer Aussage besonders gut. Nutze präzise Überschriften, saubere Definitionen und Entitäten (Personen, Marken, Orte, Konzepte) – das erleichtert Erkennung und Zitation.

Kurz-Check „AI-Mode-tauglich“:

  1. Steht die Kernaussage in den ersten zwei Sätzen? 2) Ist der Absatz allein verständlich? 3) Kommen relevante Entitäten vor? 4) Gibt es Belege/konkrete Details statt Allgemeinplätze?

LLMO/GEO in zwei Sätzen: LLMO (Large Language Model Optimization) und GEO (Generative Engine Optimization) zielen darauf, dass deine Inhalte in KI-Antworten genannt oder zitiert werden – nicht nur in klassischen SERPs.

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Dafür zählen klare Entitäten, thematische Tiefe und verlässliche Signale (z. B. Reputation, Quellenangaben). Trackbar wird das u. a. über Brand-Mentions in KI-Antworten, Referral-Traffic aus AI-Plattformen und Brand-Kontext-Kopplungen.

People-first bleibt Pflicht: Schreibe hilfreich, zuverlässig, originell – nicht „für den Algorithmus“. Das ist und bleibt der Qualitätsanker, auch im KI-Zeitalter.

Recht & Ethik: Sauber arbeiten

Achte auf Urheberrecht, korrektes Zitieren, Plagiate vermeiden, Datenschutz respektieren. Bei sensiblen Themen (YMYL – Your Money or Your Life) braucht es besondere Sorgfalt, klare Verantwortung und belastbare Quellen.

Zusammenarbeit & Business

Ein Autor arbeitet selten allein. Lektorat (Inhalt), Korrektorat (Form), Cover/Design, Satz – Teamwork hebt die Qualität. Entscheide bewusst zwischen Verlagsvertrag und Selfpublishing.

Stärke deine Autor:innenmarke: klares Nutzenversprechen, konsistente Tonalität, Exposé für Pitches, Lesungen und Newsletter für Bindung.

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Lesbarkeit & Inklusion

Gute Texte sind barrierearm. Klare Sprache, strukturierte Absätze, erklärter Fachjargon, sinnvolle Beispiele – so holst du unterschiedliche Lesergruppen ab. Prüfe Lesbarkeitswerte, setze sprechende Überschriften, und nutze konkrete Verben statt Nominalketten.

Messen, lernen, besser werden

„Wirkt der Text?“ Miss nicht nur Klicks. Relevanter sind Zeit auf Seite, Rückmeldungen, Zitierungen in AI-Overviews/Assistenten und Brand-Mentions in KI-Antworten.

Beobachte, welche Absätze (Chunks) häufig aufgegriffen werden – dort sitzt dein Wert. Baue daraus Topical Authority: Cluster-Seiten, vernetzte Unterthemen, konsistente Terminologie.

Mini-Toolkit für den Alltag (direkt anwendbar)

  • Research-Frame: 3 Primärquellen, 3 Sekundärquellen, 1 Gegenstimme – alles belegt.
  • Outline-Template: Ziel → Kernfragen → Abschnittstitel → Beispiele/Daten → Schlussfolgerung.
  • Revision-Loop: Entwurf → Abstand → laut lesen → 20 % kürzen → Fakten/Belege → Rhythmus.
  • AI-Mode-Check: eigenständige Absätze, klare Entitäten, definierte Begriffe, Belege im Satz.
  • Authority-Schrauben: Expertenzitat, Fallbeispiel, Datenpunkt, interne Verlinkung im Themen-Cluster.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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