Nützliches Fachwissen rund um Zeitungsartikel, 1. Teil

Nützliches Fachwissen rund um Zeitungsartikel, 1. Teil

Wer eine Zeitung aufschlägt, findet darin neben ein paar Bildern vor allem jede Menge Text. Die Texte in einer Zeitung werden als Zeitungsartikel bezeichnet. Dabei gibt es verschiedene Arten von Zeitungsartikeln. Außerdem haben die Textbeiträge besondere Merkmale, die sie klar von anderen Texten unterscheiden.

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Nützliches Fachwissen rund um Zeitungsartikel, 1. Teil

In einer Beitragsreihe vermitteln wir nützliches Fachwissen rund um Zeitungsartikel!:

Wo erscheinen Zeitungsartikel?

Wie der Name schon andeutet, erscheinen Zeitungsartikel in Zeitungen. Die Texte, die in Zeitschriften veröffentlicht werden, werden aber ebenfalls als Zeitungsartikel bezeichnet.

Eine Zeitung ist ein Printmedium, das die breite Öffentlichkeit regelmäßig über das aktuelle Geschehen informiert. Dabei kann eine Zeitung täglich, zweimal pro Woche oder wöchentlich erscheinen.

Eine Besonderheit ist, dass eine klassische Zeitung thematisch nicht eingeschränkt ist. Sie berichtet also über verschiedene Themenbereiche wie Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Sport hinweg über alles Wichtige und Wissenswerte.

Auch eine Zeitschrift erscheint in regelmäßigen Abständen, oft wöchentlich, alle 14 Tage oder monatlich. Im Unterschied zu einer Zeitung hat die Zeitschrift aber einen Einband und ist farbig gedruckt.

Außerdem berichtet sie nicht unbedingt über das aktuelle Geschehen, sondern eher allgemein über Verbraucherthemen.

Viele Zeitschriften befassen sich auch nur mit speziellen Themenbereichen wie zum Beispiel Familie, Finanzen, Mode oder Reisen.

Was sind die formalen Merkmale von Zeitungsartikeln?

Zeitungsartikel gehören in die Sparte der Sachtexte. Sie informieren über Fakten und reale Geschehnisse. Deshalb sind Zeitungsartikel überwiegend sachlich und objektiv verfasst.

Ihre Aufgabe ist, Informationen neutral zu vermitteln, damit sich der Leser seine eigene Meinung bilden kann. Es gibt aber auch Arten von Zeitungsartikeln, die eher subjektiv die eigene Meinung kommunizieren.

Unabhängig von der Art kennzeichnen sich alle Zeitungsartikel durch einige formale Merkmale:

  • Zeitungsartikel werden in vergleichsweise schmalen Spalten gedruckt. Die Spalten werden nacheinander gelesen.

  • Der Text kann durch ein Foto ergänzt sein. Das Foto kann sich über mehrere Spalten erstrecken und hat immer eine Bildunterschrift.

  • Der Titel geht über die gesamte Breite des Zeitungsartikels. Ist ein Zeitungsartikel zum Beispiel in drei Spalten nebeneinander abgedruckt, ist auch die Überschrift drei Spalten breit. Sie ist zentriert angeordnet und deutlich größer als der Text.

  • Unter der Überschrift kann es eine Unterüberschrift geben, die etwas kleiner als der Titel, aber größer als der Text geschrieben ist. Sie präzisiert die Überschrift.

  • Bei Zeitungsartikeln wird meist der Blocksatz verwendet. Dazu werden alle Zeichen in einer Zeile gleichmäßig über die gesamte Breite verteilt. Die Wörter und Buchstaben sind also so auseinandergezogen, dass an den Rändern keine Lücken entstehen. Der Text wirkt dadurch wie in einem Block. Absätze geben dem Artikel Struktur.

Vor dem Abdruck wird ein Zeitungsartikel gesetzt. Als Setzen wird der Vorgang bezeichnet, bei dem die Schriftart, die Schriftgröße, die Zeilenabstände, die Absätze und andere Faktoren, die Einfluss auf das Schriftbild haben, angeordnet werden.

Das Ziel ist, ein einheitliches, gleichmäßiges und gut lesbares Schriftbild zu erhalten.

Welche Arten von Zeitungsartikeln gibt es?

Zeitungsartikel lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, nämlich in informierende und in Stellung nehmende Zeitungsartikel. Jede der beiden Gruppen enthält dann noch einmal unterschiedliche Textarten.

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Informierende Zeitungsartikel

Informierende Zeitungsartikel schildern Tatsachen und nennen Fakten. Sie informieren sachlich, ohne die Geschehnisse zu bewerten.

Zu den wichtigsten Zeitungsartikeln aus dieser Gruppe gehören folgende:

  • Die Meldung ist die kürzeste journalistische Textform. Sie ist nur zehn bis 20 Zeilen lang. In einer Meldung werden die wichtigsten Daten, Fakten und Informationen zusammengefasst. Damit liefert die Meldung sachlich und neutral einen kompakten Überblick über ein Thema.
  • Die Nachricht ist etwas länger als die Meldung, meistens füllt sie eine Spalte. Für die Nachricht ist typisch, dass sie hierarchisch aufgebaut ist. Sie nennt das Wichtigste zuerst und ordnet alle anderen Informationen in abnehmender Gewichtung an.
  • Der Bericht beschreibt ein Geschehen sachlich, neutral und ohne Wertung. Er informiert präzise darüber, wie sich ein Ereignis abgespielt hat. Dabei nennt der Bericht Details und geht oft auf Hintergründe ein.
  • Das Porträt berichtet über eine Person des öffentlichen Lebens. Meist bildet ein Gespräch mit der Person die Grundlage für den Artikel. Dabei nennt das Porträt Daten und Tatsachen, wertet diese aber nicht.
  • Die Reportage stützt sich zwar auf ein Geschehen. Die Fakten und Tatsachen werden aber durch Wahrnehmungen, Eindrücke und Beobachtungen ergänzt. Der Journalist verwendet eine bildhafte Sprache, bleibt in seinen Schilderungen aber möglichst objektiv.
  • Das Feature ist im Prinzip eine Mischung aus Bericht und Reportage. Der Fokus dabei liegt auf den Hintergründen von Ereignissen. Der Journalist zeigt Fakten meist anhand konkreter Beispiele auf. Dadurch ist die Sprache anschaulich.

Stellung nehmende Zeitungsartikel

Neben den rein informativen Zeitungsartikeln gibt es auch journalistische Texte, die Stellung beziehen, kommentieren oder die eigene Meinung wiedergeben. Auch hier bilden aber Fakten und Tatsachen die Grundlage, die der Journalist sachlich schildert.

Zeitungsartikel aus dieser Gruppe sind folgende:

  • Das Interview dokumentiert einen Dialog. Der Journalist stellt Fragen und der Interviewte antwortet. Dabei mischen sich Tatsachen mit der Meinung des Interviewten. Der Journalist kann den Gesprächsverlauf durch seine Fragestellungen beeinflussen.
  • Im Kommentar nimmt der Journalist zu einer aktuellen Nachricht oder einem wichtigen Thema Stellung. Dabei steht die persönliche Meinung des Journalisten klar im Mittelpunkt. Um sie zu verdeutlichen, führt er schlüssige Argumente auf.
  • Eine Kritik bezeichnet einen beurteilenden Text, in den der Journalist seine subjektiven Eindrücke und Beobachtungen einfließen lässt. Wichtig bei einer Kritik ist, dass sie die eigene Meinung mit Fachwissen verknüpft und eine klare, nachvollziehbare Argumentation enthält.
  • Die Glosse stellt ein Thema überspitzt und teilweise ironisch dar. Die Absicht ist, Kritik zu üben und den Leser zum Nachdenken anzuregen. Meist greift die Glosse ein aktuelles Thema auf und endet mit einer überraschenden Pointe.

Daneben kann ein Leserbrief in einer Zeitung erscheinen. Er ist kein journalistisches Format, sondern die Stellungnahme eines Lesers. Größtenteils bezieht sich der Leserbrief auf einen Artikel, der zuvor in der Zeitung veröffentlicht wurde.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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