Sperrige Themen richtig präsentieren – 7 Tipps

Sperrige Themen richtig präsentieren – 7 Tipps

Es gibt Themen, die es sofort und ohne Umwege auf die Titelseiten von Zeitungen und die Startseiten von Onlinemedien schaffen. Einige Inhalte genießen so große Aufmerksamkeit, dass sie sogar über alle Landesgrenzen hinweg erfolgreich sind. Allerdings sind solche Themen eher die Ausnahme. Weit häufiger ist es so, dass Beiträge Themen behandeln, die bestenfalls auf mäßiges Interesse stoßen.

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Sperrige Themen richtig präsentieren - 7 Tipps

Und manchmal müssen Inhalte kommuniziert werden, die auf der Attraktivitätsskala ganz weit unten stehen. Doch gerade solche Themen machen die Kommunikation zwischen Journalist und Leser zu einer spannenden Herausforderung.

Wir verraten sieben Tipps, die dabei helfen, sperrige Themen richtig zu präsentieren!:

  1. Ein geeignetes Umfeld aufspüren

Angenommen, eine örtliche Firma hat einen neuen Rollator entwickelt, der im Zuge der Markteinführung in einem Artikel vorgestellt werden soll. Allein die Tatsache, dass ein innovativer Rollator verfügbar ist, hat für das breite Publikum keinen Nachrichtenwert. Denn wer keinen Rollator braucht, interessiert sich schlichtweg nicht für das Thema. Dass ein regionaler Betrieb das Produkt entwickelt hat, ändert daran nichts.

Also ist ein wenig Kreativität gefragt. Dazu gehört, dass der Journalist herausfindet, in welchem Themenumfeld sein Artikel einen passenden Platz finden könnte. Vielleicht gibt es in der Zeitung eine Seite zum Thema Gesundheit.

Möglicherweise ist ein Themenspecial geplant, das sich an Senioren und Pflegekräfte richtet und das aktive, mobile Leben im Alter in den Fokus rückt. Solche Umfelder gilt es, aufzuspüren.

  1. Thema und Produkt miteinander verbinden

Ist ein passendes Umfeld gefunden, müssen das Produkt und das Thema miteinander verknüpft werden. Es geht darum, Inhalte zu finden, die einen Bezug zum Produkt haben.

Im Fall des innovativen Rollators sind die Gesundheit und das Alter die übergeordneten Themen. Die direkte Verbindung zum Produkt wäre eine eingeschränkte Mobilität. Weder für eine Redaktion noch für das Publikum sind Gebrechen aber Themen, mit denen sie sich ernsthaft auseinandersetzen möchten, solange sie es nicht müssen.

Statt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, sollte der Journalist deshalb nach einem Aufhänger suchen, der möglichst viele Leser anspricht und gleichzeitig eher positiv besetzt ist. “Im Alter eigenständig und komfortabel unterwegs” wäre ein Beispiel dafür.

  1. Mehrwert bieten

Grundsätzlich sollte jeder Beitrag dem Leser einen Mehrwert bieten. Doch gerade bei sperrigen Verbraucherthemen ist ein echter Nutzen für den Leser entscheidend. Was hat der Leser davon, dass er den Beitrag liest? Welche nützlichen Zusatzinformationen bekommt er? Wie kann der Inhalt dazu beitragen, alltägliche Probleme zu lösen?

Bildet das aktive Leben im Alter das thematische Umfeld vom Beitrag zum Rollator, kann die Mobilität zum Unterthema werden. So kann der Journalist eine Brücke zu den Problemen schlagen, die entstehen, wenn die Knochen und Gelenke bei einer Erkrankung oder im Alter nicht mehr richtig mitspielen wollen.

Außerdem kann er aufzeigen, welche Hilfsmittel es gibt, und so dann schließlich auf den innovativen Rollator zu sprechen kommen.

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  1. Den passenden Ton treffen

Der Journalist sollte sich regelmäßig ins Gedächtnis rufen, für wen er den Artikel schreibt. Denn je nach Zielgruppe ist ein anderer Sprachstil gefragt. Soll der Beitrag in erster Linie ältere Menschen ansprechen, sind moderne Anglizismen wenig sinnvoll.

Bei einem Verbraucherthema für die breite Masse ist eine Aneinanderreihung von erklärungsbedürftigen Fachausdrücken unpassend. Und bei einem ernsten Thema, das Fingerspitzengefühl erfordert, sollte sich der Journalist flapsige Wortspiele und vermeintlich auflockernde Beispiel besser verkneifen.

  1. Experten einbeziehen

Sperrige Themen, die in der Öffentlichkeit ungern diskutiert werden, können durch Aussagen und Erklärungen von Experten aus der Tabu-Ecke geholt werden. Denn solche Zitate verleihen dem Thema Relevanz.

Eine kurze Ausführung des Firmeninhabers dazu, was den Rollator so innovativ macht, untermauert den Nutzen der Produktneuheit. Ein Arzt oder eine Pflegekraft könnte auf den Punkt bringen, inwieweit der Rollator typische Schwierigkeiten auffangen kann.

Interessant für Leser sind aber immer auch Meinungen von Betroffenen. Erzählt ein Senior von seinen Erfahrungen mit dem neuen Produkt, wirken die Aussagen glaubwürdig. Gleichzeitig fühlen sich andere Senioren oft eher angesprochen, als wenn ein junger und gesunder Journalist über die Vorteile eines Rollators berichtet.

  1. Geeignete Bilder auswählen

Die meisten Textbeiträge profitieren von aussagekräftigen Bildern. Allerdings sollte der Journalist Fotos und Grafiken mit Bedacht auswählen.

Vermutlich wird ihm die Marketing-Abteilung des Unternehmens gerne Produktbilder zur Verfügung stehen. Doch ein Katalogfoto vom Rollator wird bei einer Redaktion und auch beim Publikum wohl wenig Anklang finden. Besser ist, wenn der Journalist ein Bild verwendet, das die Aktivität im Alter darstellt.

Muss es unbedingt der Rollator sein, sollte er zumindest im Einsatz präsentiert werden. Ein Foto, das zum Beispiel einen Senior zeigt, der zusammen mit Kind und Enkel durch den Park spaziert, bildet Mobilität ab und verknüpft gleichzeitig Generationen miteinander.

Auch Infografiken können einen Beitrag aufwerten. Grafisch aufbereitete Statistiken etwa, die über die Entwicklung der Lebenserwartung, häufige Einschränkungen im Alter oder beliebte Aktivitäten von Senioren berichten, erhöhen den Mehrwert des Artikels.

  1. Auf andere Medien ausweichen

Nicht jeder Beitrag lässt sich in einer Tageszeitung unterbringen. Es gibt Themen, die so speziell sind, dass sie in Medien, die sich konkret an die Zielgruppe richten, besser aufgehoben sind. Das können zum Beispiel Fachzeitschriften, Verbrauchermagazine, Anzeigenblätter oder Kundenzeitschriften sein.

Online kann der Journalist seinen Artikel Seiten anbieten, die im Themenumfeld des Beitrags angesiedelt sind. Manchmal ist es einfach sinnvoller, auf solche Medien auszuweichen, statt ewig auf die Veröffentlichung in einer namhaften Zeitung zu hoffen.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, Jahrgang 69, freier Journalist, Sabine Lankmann, 37 Jahre, Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre, Journalist und Christian Gülcan, 44 Jahre, Webseiten-Betreiber und Redakteur. Wir möchten Wissenswertes vermitteln über die Pressearbeit und Journalismus, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

Ein Gedanke zu „Sperrige Themen richtig präsentieren – 7 Tipps“

  1. Ich sitze zur Zeit an einem äußerst kniffligen Thema für meinen persönlichen Blog und musste schon länger überlegen, wie ich es denn am besten angehe…
    Dieser Artikel war extrem hilfreich, dankeschön!

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