Was spricht für Anzeigenblätter?

Was spricht für Anzeigenblätter?

Journalisten möchten ihre Artikel gerne in namhaften Zeitungen veröffentlichen. Und auch Kommunikationsverantwortliche, die eine Content-Marketing-Kampagne auf die Beine stellen wollen, richten den Blick bevorzugt auf bekannte Printmedien mit einer großen Reichweite. Anzeigenblätter haben beide eher nicht auf dem Schirm.

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Was spricht für Anzeigenblätter

Natürlich können kleine, lokale Anzeigenblätter in Sachen Bekanntheit und Reichweite nur bedingt mit den großen Tageszeitungen mithalten. Trotzdem wäre es ein Fehler, diese Mediengattung zu unterschätzen oder gleich komplett auszuklammern. Denn es gibt einige gute Gründe, die klar für Anzeigenblätter sprechen:

Anzeigenblätter werden gelesen.

Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass Anzeigenblätter bestenfalls kurz durchgeblättert werden, bevor sie ins Altpapier wandern oder als Verpackungsmaterial herhalten müssen. Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil der Fall.

Eine Studie vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) hat ergeben, dass die Leser im Durchschnitt fast eine halbe Stunde in die Lektüre von Anzeigenblättern investieren. Rund 40 Prozent der Befragten lesen sogar noch länger.

In Zeiten, in denen Medien flüchtig konsumiert werden und die Aufmerksamkeit stetig abnimmt, sind solche Werte durchaus eindrucksvoll.

Die Studie hat außerdem gezeigt, dass sich die Leser nicht nur mit den Werbeanzeigen und den beigelegten Prospekten beschäftigen. Vielmehr erklärten die meisten Befragten, dass sie sich vor allem für die redaktionellen Inhalte interessieren, also zum Beispiel die Meldungen und Berichte aus der Region, die Veranstaltungstipps oder die lokalen Sportergebnisse.

Spannend ist auch, dass viele Leser ein Anzeigenblatt nicht nur einmal lesen, sondern mehrfach in die Hand nehmen.

Anzeigenblätter haben eine breite Leserschaft.

Ein anderes typisches Klischee ist, dass nur diejenigen das Anzeigenblatt lesen, die sich keine richtige Tages- oder Wochenzeitung leisten können oder wollen. Doch auch diese Annahme widerlegt die BVDA-Studie eindeutig.

Tatsächlich entspricht die Leserschaft von Anzeigenblättern ziemlich genau der Gesamtstruktur der deutschen Bevölkerung. So ist zum Beispiel gut die Hälfte der regelmäßigen Leser zwischen 30 und 64 Jahre alt und gehört zur Gruppe der kaufkräftigen Berufstätigen. Und über ein Drittel der Leser lässt sich dem gehobenen Mittelstand zuordnen.

Anzeigenblätter werden geschätzt.

Heutzutage abonnieren immer weniger Haushalte eine Tageszeitung. Andersherum ist das Anzeigenblatt immer öfter das einzige Printmedium in Haushalten. Allein schon deshalb erfährt es eine hohe Aufmerksamkeit.

Aber für viele Leser ist das Anzeigenblatt auch ein liebgewonnenes Medium, das dazugehört und vermisst werden würde, wenn es nicht mehr käme. Interessant ist zudem, wofür das Anzeigenblatt geschätzt wird.

So gaben die befragten Personen an, dass sie im Anzeigenblatt eine feste Größe sehen, die zuverlässig, kompetent, informativ und glaubwürdig über lokale Ereignisse informiert. Ein hoher Nutzwert wurde ebenso bescheinigt.

Anzeigenblätter erreichen den Leser.

Anzeigenblätter haben zum einen eine sehr hohe Abdeckung. In Deutschland gibt es rund 850 verschiedene Blätter, die zusammen eine Auflage von knapp 60 Millionen Exemplaren haben. Damit erreichen sie mehr Leser als jedes andere Printmedium.

Zum anderen sind die Leser von Anzeigenblättern Verbraucher und Konsumenten. Sie lesen die Tipps für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten, informieren sich über die abgedruckten Werbeangebote und studieren die beigelegten Werbeprospekte.

Wenn es darum geht, Produkte oder Dienstleistungen bekannt zu machen, sind Anzeigenblätter also eine optimale Plattform, um potenzielle Zielgruppen zu erreichen.

Anzeigenblätter haben ihre Stärke im ländlichen Raum.

Lokale Tageszeitungen und regionale Wochenzeitungen finden in erster Linie in den Ballungsräumen Abnehmer.

Diesen Effekt haben auch Anzeigenblätter. Zusätzlich dazu sind sie aber auch im ländlichen Raum sehr präsent. So sind etwa 60 Prozent der Leser von Anzeigenblättern in Orten zu Hause, die weniger als 50.000 Einwohner haben.

Anzeigenblätter eignen sich gut, um Inhalte multimedial zu verknüpfen.

Der überwiegende Teil der Leser von Anzeigenblättern ist auch im Internet unterwegs. Was das Surfverhalten angeht, verhält sich die Leserschaft somit genauso wie die Leser von Tageszeitungen und alle anderen Bevölkerungsgruppen.

Ein zweiter Aspekt ist, dass inzwischen auch viele Anzeigenblätter digital erscheinen. Eine BVDA-Studie ergab Anfang 2021, dass rund 70 Prozent aller Anzeigenblätter auf Papier erscheinen und eine redaktionelle Webseite betreiben. Für die Artikel in den Anzeigenblättern eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, multimediale Verknüpfungen zu schaffen.

So kann im Anzeigenblatt zum Beispiel eine verkürzte Version erscheinen, während auf der Webseite ein ausführlicher Beitrag mit Hintergrundinformationen veröffentlicht wird.

Fazit zu Anzeigenblättern

Anzeigenblätter sind keineswegs Zeitungen zweiter Klasse. Ganz im Gegenteil sind sie Printmedien, die sich großer Beliebtheit erfreuen, regelmäßig gelesen werden und die Haushalte tatsächlich erreichen.

Journalisten und Kommunikationsverantwortliche sollten daher in Betracht ziehen, ihre Beiträge auch in Anzeigenblättern zu veröffentlichen. Zumal die Redaktionen Gastbeiträgen häufig offener gegenüberstehen als namhafte Tageszeitungen.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, Jahrgang 69, freier Journalist, Sabine Lankmann, 37 Jahre, Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre, Journalist und Christian Gülcan, 44 Jahre, Webseiten-Betreiber und Redakteur. Wir möchten Wissenswertes vermitteln über die Pressearbeit und Journalismus, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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