Was genau ist eigentlich ein E-Paper?

Was genau ist eigentlich ein E-Paper?

Wenn es um die Auflage geht, spielen E-Paper für Tages- und Wochenzeitungen eine zunehmend wichtige Rolle. Sogar Anzeigen-, Amts- und Gemeindeblätter kommen inzwischen oft nicht mehr nur als gedruckte Exemplare in die Haushalte, sondern stehen auch als digitale Version zur Verfügung. Grund genug, sich Zeitungen in dieser Form einmal näher anzuschauen.

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Was genau ist eigentlich ein E-Paper

Was genau ist eigentlich ein E-Paper?

Bei einem E-Paper handelt es sich um die digitale Version einer gedruckten Zeitung. Es ist also gewissermaßen das Printmedium in elektronischer Form.

In vielen Fällen steht das E-Paper auf einer herkömmlichen Internetseite zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Webseite mit einer sogenannte pay wall, einer Bezahlschranke, ausgestattet.

Der Nutzer sieht dadurch zunächst nur eine Übersicht der Beiträge oder lediglich die Titel und die ersten paar Zeilen der Artikel. Um alle Inhalte abrufen zu können, muss er eine Zahlung leisten. Bei den meisten Verlagen kann der Nutzer dabei wählen, ob er nur einen einzelnen Artikel freischaltet oder die digitale Variante der Zeitung abonniert.

Außerdem kann der Nutzer das freigeschaltete E-Paper oft als PDF herunterladen. Dadurch kann er die Inhalte dann auch offline verwenden.

Ein E-Paper ist aber nicht das Gleiche wie eine Online-Präsenz eines Printmediums. Viele Zeitungen und Nachrichtenmagazine betreiben eigenständige Internetseiten. Neben dem Namen können sie zwar Ähnlichkeiten mit der Printausgabe aufweisen oder Bezug auf einzelne Beiträge nehmen.

Grundsätzlich sind die Online-Präsenzen aber separate Medien mit einer eigenen Redaktion. Im Unterschied dazu bildet ein E-Paper die gedruckte Ausgabe der dazugehörigen Zeitung sowohl inhaltlich als auch vom Layout her 1:1 ab.

Wie beliebt sind E-Paper?

An der Frage, ob die traditionelle, gedruckte Zeitung oder das moderne E-Paper bevorzugt wird, scheiden sich die Geister. Einige Leser begrüßen es sehr, dass sie ihre gewohnte Zeitung als E-Paper konsumieren können.

Denn auf diese Weise können sie bequem, jederzeit und überall auf die Inhalte zugreifen. Sie können die Zeitung sowohl zwischendurch am Computer im Büro als auch unterwegs oder im Urlaub über das Tablet oder das Smartphone lesen.

Vor allem die jüngeren Generationen, die mit dem Internet groß geworden sind, empfinden es als eher mühsam und unpraktisch, sich erst irgendwo eine gedruckte Ausgabe zu besorgen und anschließend in dem großformatigen Papier zu blättern.

Ein weiteres Argument, das Befürworter des E-Papers manchmal nennen, ist der Umweltgedanke. Für eine klassische Zeitung wird schließlich Papier benötigt, das bedruckt wird, zu den Lesern gebracht werden muss und kurz darauf auch schon wieder im Altpapier landet.

Auch die Kosten sprechen für das E-Paper. Bei den meisten Zeitungsverlagen ist die elektronische Variante kostengünstiger als die gedruckte Ausgabe. Das ist durchaus nachvollziehbar. Denn wenn der Leser ausschließlich das E-Paper abonniert, fallen die Papier-, Druck- und Zustellkosten für den Verlag weg.

Dass E-Paper immer öfter genutzt werden, bestätigen die Zahlen. Statistiken zufolge hat sich die Anzahl der E-Paper-Abos seit 2013 fast versechsfacht.

An der Gesamtauflage von Tages- und Wochenzeitungen macht die digitale Variante im Durchschnitt einen Anteil von 15 Prozent aus. Im Durchschnitt deshalb, weil der Anteil je nach Titel sehr unterschiedlich ausfällt.

Auf der anderen Seite zeigt der durchschnittliche Prozentsatz, dass der größere Teil der Leser die gedruckte Zeitung vorzieht. Vor allem ältere Leser, die bei lokalen und regionalen Zeitungen die größte Gruppe der Abonnenten stellen, möchten gerade nicht darauf verzichten, hinter den großen Zeitungsblättern in die Welt der Nachrichten einzutauchen.

Das haptische Erlebnis beim Lesen einer Zeitung auf Papier ist nun einmal nicht zu ersetzen. Zudem empfinden viele Personen das Lesen an einem Bildschirm als deutlich anstrengender für die Augen. Dass E-Paper gedruckte Zeitungen ersetzen werden, wird deshalb in naher Zukunft eher nicht passieren.

Wie wird die Reichweite von E-Papers ermittelt?

Die entscheidende Stelle für die Erfassung von Reichweiten ist hierzulande die IVW, die Informationsgemeinschaft zur Feststellung von Werbeträgern e.V. Sie misst gedruckte Auflagen genauso wie die Nutzung von digitalen Versionen.

So gut wie alle kostenpflichtigen Zeitungen, Zeitschriften und sonstigen Printmedien sind IVW-geprüft. Die Statuten besagen, dass jeder entgeltliche Verkauf vom Nutzungsrecht eines E-Papers erfasst wird.

Folglich weisen die offiziellen Zahlen des IVW neben den gedruckten Ausgaben auch die Verkäufe der digitalen Ausgaben aus.

Wie interessant sind E-Paper für Verlage?

Gerade im Zeitalter der Digitalisierung sind E-Paper eine sehr gute Möglichkeit für Zeitungsverlage, ihren Lesern aktuelle und redaktionell aufbereitete Inhalte zur Verfügung zu stellen.

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Der lokale oder regionale Bezug, der die örtliche Tages- oder Wochenzeitung ausmacht, bleibt dabei erhalten. E-Paper können zusätzliche Zielgruppen erreichen, die mit gedruckten Zeitungen nichts anfangen können.

Gleichzeitig sind die Kosten geringer als bei Printausgaben, was vor allem Abos interessant macht.

Auch für Unternehmen, die Content-Marketing betreiben, ist das E-Paper ein Pluspunkt. Denn sie erhalten quasi automatisch einen weiteren Kanal zur traditionellen Printausgabe mit dazu.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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