In 5 Schritten zum gelungenen Video-Beitrag

In 5 Schritten zum gelungenen Video-Beitrag

Die gedruckten Ausgaben von klassischen Tageszeitungen enthalten in erster Linie Texte, die teilweise durch Fotos oder Grafiken ergänzt werden. Doch in den Online-Ausgaben, in Blogs und auf anderen Seiten werden Beiträge auch in Form von Videos veröffentlicht.

In 5 Schritten zum gelungenen Video-Beitrag

Für Journalisten heißt das, dass zunehmend zu ihrem Job gehören kann, Videos zu erstellen.

Nun macht es aber schon einen Unterschied, ob ein Artikel für eine gedruckte Zeitung oder eine Internetseite geschrieben wird. Doch Videos zu drehen, ist noch einmal eine ganz andere Geschichte.

Das Handwerkzeug, das der Journalist vom Schreiben kennt, hilft ihm hier nur bedingt weiter. Wie also sollte er vorgehen?

Wir erklären, wie der Journalist in fünf Schritten zum gelungenen Video-Beitrag kommt:

Schritt 1: Bilder und Motive suchen

In einem Video-Beitrag sind die bewegten Bilder das entscheidende Element. Sie bestimmen über den Aufbau der Geschichte, erzählen die Story und lassen den roten Faden entstehen. Der Zuschauer wird von den Bildern durch den Beitrag geführt. Die Kommentare und die Musik sind nur zusätzliche Begleiter.

Wenn der Journalist einen Video-Beitrag plant, muss er deshalb zunächst einmal klären, welche Bilder er braucht. Welche Motive kann und sollte er nutzen, damit er dem Zuschauer die Geschichte vermitteln kann, die er erzählen will?

Schritt 2: Einen Erzählsatz formulieren

Der nächste Schritt besteht darin, einen Erklär- oder Erzählsatz zu formulieren. Dieser Satz bringt auf den Punkt, was der Zuschauer aus dem Video-Beitrag mitnehmen soll. Es geht also um die Kernaussage oder Botschaft, die der Journalist mit dem Video vermitteln will.

So ein Erzählsatz kann zum Beispiel lauten:

  • Das Publikum soll erfahren, was sich bei der Pressekonferenz von XY abgespielt hat.

  • Der Zuschauer soll lernen, wie ein klassischer Zeitungsartikel aufgebaut ist.

  • Der User soll verstehen, warum die Regierung über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nachdenkt.

So ein Erzählsatz hilft dem Journalisten einerseits dabei, sich auf die entscheidenden Inhalte seines Video-Beitrags zu konzentrieren und unwichtige Informationen auszusortieren. Andererseits macht es der zusammenfassende Satz leichter, geeignete Bilder auszusuchen.

Schritt 3: Die Geschichte formen

Steht mit dem Erzählsatz die Kernaussage des Video-Beitrags fest, kann der Journalist damit beginnen, den roten Faden zu entwickeln. Was sind die entscheidenden Inhalte, die das Video zeigen muss?

Wer sind die Akteure, die unbedingt auftauchen müssen? Gibt es weitere Personen, Beteiligte, Betroffene oder Zeugen, die im Video zu Wort kommen sollten?

Erzähle ich alles selbst und bleibe ich dabei im Hintergrund oder trete ich auch vor die Kamera? All das sind Fragen, die der Journalist klären sollte.

Aus den Ideen, Absichten und Bildern eine Geschichte zu entwickeln, ist vermutlich der wichtigste Schritt für einen gelungenen Video-Beitrag. Denn gerade journalistische Videos haben im Normalfall eine in sich geschlossene Handlung.

Sie steigen nicht irgendwo ein und hören mittendrin auf, sondern bringen gewissermaßen eine ganze Episode zu Ende. An dieser Stelle kann der Journalist dann durchaus auf die altbewährten Erzählstrukturen aus Einleitung, Hauptteil und Schluss zurückgreifen.

Schritt 4: Die Bilder ordnen

Nachdem der Journalist weiß, was er wie erzählen will, gilt es, die Bilder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der Video-Beitrag bekommt nun also seine Struktur. Dazu sollte der Journalist die einzelnen Bilder zu Sequenzen zusammenstellen, wobei jede Sequenz eine logische Sinneinheit ist.

Ein Beispiel:

Das Video zeigt zuerst eine Frau, die eine vielbefahrene Straße überquert. Anschließend schwenkt die Kamera auf einen Kindergarten um. Danach sieht der Zuschauer spielende Kinder und schließlich wieder die Frau, dieses Mal mit einem Kind an ihrer Hand.

Durch die Verknüpfung der Bilder ergibt sich ein logischer Zusammenhang und eine nachvollziehbare Geschichte.

Ob ein Video-Beitrag eine gute Struktur hat, kann der Journalist übrigens ganz einfach testen. Dazu muss er einfach nur den Ton ausschalten. Ein gelungenes Video erzählt seine Geschichte nämlich auch dann noch nachvollziehbar, wenn der Zuschauer nur die Bilder sieht.

Schritt 5: Den Text schreiben

Der letzte Schritt besteht darin, die Bildergeschichte durch einen Text zu ergänzen. Wie oben schon erwähnt, erzählen die Bilder die Geschichte und der Text begleitet sie nur.

Das bedeutet gleichzeitig, dass der Text nicht nur das nacherzählen sollte, was der Zuschauer ohnehin schon sieht. Ein klassischer Text für einen Video-Beitrag folgt einer etwas anderen Struktur.

So sollte der Journalist zuerst in ein, zwei Sätzen auf den Inhalt des aktuell gezeigten Bildes eingehen („Das ist Frau XY. Ihr kleiner Sohn besucht einen typischen Großstadt-Kindergarten.“).

Danach kann sich der Journalist etwas von den Bildern entfernen und Informationen vermitteln, die die Bilder ergänzen („Schon seit Monaten wird heftig darüber diskutiert, wie die schwierige Verkehrssituation vor dem Kindergarten gelöst werden kann.

Einige fordern eine verkehrsberuhigte Zone. Vor allem die angrenzenden Geschäfte lehnen Eingriffe aber strikt ab.“). Wenn die nächste Sequenz beginnt, geht der Journalist wieder kurz auf den Bildinhalt ein. Anschließend kann er die nächsten Zusatz-Infos einfließen lassen. In diesem Schema baut der Journalist den Text auf.

Ein Journalist, der von den traditionellen Printmedien kommt, tut sich oft etwas schwer damit, für bewegte Bilder zu texten. Denn bei diesen Texten kann er nur bedingt mit der Sprache spielen. Klangvolle Formulierungen und spannende Satzkonstruktionen müssen zugunsten einer einfachen und klaren Sprache weichen.

Damit der Zuschauer die Informationen aus Bild und Ton erfassen kann, ist eine einfache, erzählende Sprache notwendig. So, als würde der Journalist seinem Partner erzählen, was er am heutigen Tag erlebt hat.

Hilfreich ist, wenn sich der Journalist dabei an eine Regel aus dem Radio hält. Hier gilt, dass ein Satz maximal 15 Wörter lang sein sollte. Und so sollte es der Journalist auch beim Text für seinen Video-Beitrag handhaben.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Hier schreiben Wolfgang Stocker, Jahrgang 69, freier Journalist, Sabine Lankmann, 37 Jahre, Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre, Journalist und Christian Gülcan, 44 Jahre, Webseiten-Betreiber und Redakteur. Wir möchten Wissenswertes vermitteln über die Pressearbeit und Journalismus, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.
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