Infos und Tipps zu Titel und Teaser, Teil 2

Infos und Tipps zu Titel und Teaser, Teil 2

Sowohl die Überschrift als auch der Vorspann gehören zu den sogenannten Kleintexten. Doch auch wenn sie recht kurz sind, spielen sie für den Beitrag eine sehr wichtige Rolle. Denn ein Artikel kann noch so gut sein – wenn der Titel langweilig und der Teaser nichtssagend ist, wird der Text kaum Leser finden.

Infos und Tipps zu Titel und Teaser, Teil 2

Der begrenzte Raum rund um die Überschrift hat die Aufgabe, den Leser anzusprechen und sein Interesse zu wecken. Schließlich widmet sich der Leser nicht zuerst dem Text und danach dem Titel. Vielmehr überfliegt er zunächst die Überschrift und den Vorspann. Dann entscheidet er, ob er den ganzen Beitrag liest oder ob nicht.

Für den Journalisten bedeutet das, dass er beim sogenannten Anteasern gekonnt vorgehen sollte. Dazu haben wir in einem zweiteiligen Beitrag allerlei Infos und Tipps zu Titel und Teaser zusammengetragen.

Dabei haben wir uns in Teil 1 mit der Überschrift und der Dachzeile als mögliche Ergänzung beschäftigt. Jetzt, in Teil 2, nehmen wir uns den Teaser vor:

Der Teaser als Fortsetzung der Überschrift

Vor allem im Internet folgt bei den meisten Artikeln auf die Überschrift ein kurzer Vorspann, der dem Leser ein paar weitere Infos über die Inhalte des Beitrags liefert. Wie lang dieser Vorspann ist und in welchem Stil er verfasst wurde, ist sehr unterschiedlich. Ähnlich wie bei der Überschrift spielen an dieser Stelle das Medium, die Art des Beitrags und das Thema eine Rolle.

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Das Anteasern beschreibt das Komplettpaket aus Überschrift, Vorspann und, sofern vorhanden, Dachzeile sowie Beitragsbild. Der Teaser wiederum ist nur der kurze Vorspann.

Anders als der klassische Vorspann, wie er beispielsweise bei Nachrichten und traditionellen Zeitungsartikeln üblich ist, versteht sich der Teaser nicht als Kurzzusammenfassung. Sein Ziel ist nicht, möglichst viele Informationen preiszugeben. Stattdessen wird der Teaser ganz bewusst unvollständig formuliert.

Das Verb to tease bedeutet übersetzt soviel wie reizen oder ärgern. Genau das möchte der Teaser erreichen, indem er dem Leser zwar Informationen ankündigt, die entscheidenden Inhalte aber erst im Text verrät. Im Deutschen wird der Teaser deshalb auch als Anreißertext bezeichnet. Denn er reißt das Thema nur an und weckt so das Interesse des Lesers.

Ein Beispiel:

Immer mehr Familien ziehen aufs Land

Trotz Mietpreisbremse wird bezahlbarer Wohnraum in den Städten stetig knapper. Also suchen immer mehr junge Familien ihr Glück auf dem Land. Doch auch das Landleben hat seine Tücken.

Der letzte Satz ist eine Art Cliffhanger. Denn der Leser möchte wissen, welche Tücken das Landleben hat.

Titel und Teaser als Einheit

Neben der traditionellen Variante aus Titel und Teaser gibt es auch ein Konzept, das beide Kurztexte miteinander verschmelzen lässt. Das Ergebnis ist ein Titel, der bereits eine Geschichte im Miniformat enthält. „Junge Familien entdecken das Landleben für sich – und hoffen, auf diese Weise bezahlbaren Wohnraum zu finden“ wäre ein Beispiel für so eine Teaser-Überschrift.

Vor allem bei Online-Magazinen, die sich an eine jüngere Zielgruppe richten, ist diese Titelform recht beliebt. Allerdings braucht der Journalist hier viel Fingerspitzengefühl. Denn wenn der Titel zu reißerisch ist und zu offensichtlich Klicks auslösen möchte, kommt das beim Leser oft nicht gut an. Stößt der Leser dann auch noch auf mehrere solcher Überschriften, reagiert er mitunter genervt und wendet sich ab.

Keine Wiederholungen in Titel und Teaser

Mit der Überschrift, dem Teaser, der Dachzeile und dem Beitragsbild kann der Journalist bis zu vier Elemente nutzen, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu erregen und sein Interesse am Beitrag zu wecken. Wichtig ist aber, dass die Elemente dann aufeinander abgestimmt sind und gut zusammenspielen.

Dabei gilt für die Textelemente, dass sie keine Wiederholungen enthalten sollten. Diese Gefahr besteht vor allem beim Titel und beim Teaser.

Die Idee vom Teaser besteht aber gerade nicht darin, die Überschrift noch einmal als ganzen Satz zu formulieren. Der Leser hätte dadurch keinen Mehrwert, sondern würde lediglich das Gleiche zweimal lesen, nur eben einmal in kurz und einmal in etwas länger.

Die Aufgabe des Vorspanns ist vielmehr, neue Informationen zu liefern, die die Überschrift weiterführen. Gleichzeitig soll der Teaser einen interessanten Aspekt andeuten oder einen Inhalt ankündigen, den der Leser erfährt, wenn er den Beitrag liest. Eine reine Wiederholung kann diese Aufgabe nicht erfüllen.

Bei digitalen Beiträgen kommt noch dazu, dass das Internet immer häufiger mobil genutzt wird. Um die Seiten für mobile Endgeräte zu optimieren, wird die Darstellung verändert. Der Raum ist dadurch knapper. Im Online-Journalismus sind die Teaser deshalb zunehmend kurz. Oft bestehen sie aus gerade einmal 150 Zeichen. Doppelungen in Titel und Teaser wären dann Zeit- und Platzverschwendung.

Wie gut der Journalist die Dachzeile, die Überschrift, den Vorspann und ein Bild aufeinander abstimmen kann, richtet sich aber natürlich immer auch nach der Story. Handelt es sich um eine unterhaltsame Geschichte oder ein ernstes Thema? Enthält der Beitrag viele Neuigkeiten oder behandelt er einen Inhalt?

Gibt es nur einen Aspekt, hat es Journalist selbstredend deutlich schwerer, im Teaser Informationen bereitzustellen, die sich weder wiederholen noch zuviel vorwegnehmen. Auch ein passendes Beitragsbild ist nicht immer vorhanden. In diesem Fall ist es besser, wenn der Journalist auf ein Bild verzichtet, statt irgendein Foto zu verwenden.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, Jahrgang 69, freier Journalist, Sabine Lankmann, 37 Jahre, Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre, Journalist und Christian Gülcan, 44 Jahre, Webseiten-Betreiber und Redakteur. Wir möchten Wissenswertes vermitteln über Pressearbeit und Journalismus, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland.

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