So entsteht das Layout einer Zeitung, Teil 2

So entsteht das Layout einer Zeitung, Teil 2

Aktuelle, relevante und interessante Inhalte sind in einer Zeitung natürlich wichtig. Doch ob eine Zeitung gekauft wird, entscheidet sich oft anhand der Optik. Lesen können wir die Zeitung schließlich erst, nachdem wir sie gekauft haben. Ein ansprechendes Erscheinungsbild, das dazu anregt, zuzugreifen, fällt in den Aufgabenbereich des Layouters. Nun ist es aber gar nicht so einfach, eine stimmige Mischung aus Texten, Fotos, Anzeigen, Grafiken und Infoboxen hinzubekommen.

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So entsteht das Layout einer Zeitung, Teil 2

In einem zweiteiligen Beitrag schauen wir uns einmal näher an, wie das Layout einer Zeitung entsteht. Dabei bleibt die grundlegende Vorgehensweise immer gleich, egal ob es sich um eine Tageszeitung, ein Wochenblatt, ein Vereinsmagazin oder eine Schülerzeitung handelt.

Die Texte

Ein langer Text ohne Bilder, der sich womöglich in einer Spalte über die ganze Seite erstreckt, lädt nicht gerade dazu ein, ihn zu lesen. Für das Layout gilt deshalb, dass ein langer Text auf mehrere flache Spalten nebeneinander verteilt werden sollte. Hohe Spalten lassen einen Text länger erscheinen.

Wichtig ist auch, gleiche Höhen zu beachten. Der Layouter denkt sich dazu am besten Linien, die sich über die ganze (Doppel-)Seite ziehen. Sind die Texte oder Spalten auf unterschiedlichen Höhen angeordnet, wirkt das Gesamtbild schnell unübersichtlich.

Fotos oder Grafiken lockern einen Text auf. Auch Infokästen, die wichtige Daten und Fakten bündeln, können ein hilfreiches Instrument sein. Dabei sollten aber zu große Sprünge im Text vermieden werden.

Führt ein Foto oder eine Infobox zu einer zu großen Unterbrechung, besteht die Gefahr, dass der Leser nicht erkennt, dass der Beitrag weiter unten noch weitergeht.

Außerdem sollten die Fotos oder Kästen von zwei unterschiedlichen Texten möglichst nicht aneinander stoßen.

Die Fotos

Auch wenn viele gute Fotos zur Verfügung stehen, gilt bei einer Zeitung das Motto, dass weniger mehr ist. Denn eine Zeitung ist keine Illustrierte. Ratsam ist deshalb, großflächig zu denken und statt fünf kleiner Fotos besser zwei oder drei größere Bilder auszuwählen.

Welche Fotos oder Grafiken zum Einsatz kommen, spielt eine große Rolle. Grundsätzlich sollten die Bilder in einer Zeitung kein Füllmaterial sein, sondern den Text sinnvoll ergänzen.

Daher gilt:

  • Benötigt wird nur der Bildausschnitt, der unmittelbar zum Text passt.

  • Eigenwillige Bildausschnitte wecken die Neugier und erzeugen Spannung. Trotzdem muss ein klarer Bezug zum Text vorhanden sein.

  • Der Blick des Lesers folgt immer der Richtung der abgebildeten Motive. Schaut eine Person auf dem Foto zur Seitenmitte hin, zieht das Foto den Leser zum Text hin. Schaut die Person hingegen in Richtung Seitenrand, zieht die Blickrichtung den Leser hinaus.

  • Auch wenn offensichtlich ist, worum es geht, braucht jedes Foto eine Bildunterschrift. Sie kann den Inhalt kurz erklären und den Text um eine Information ergänzen.

In einer Zeitung werden Fotos überwiegend in Schwarz-Weiß gedruckt. Deshalb sind hochwertige Bilder mit starken Kontrasten wichtig. Für den Druck müssen die Bilder gerastert werden.

Beim Rastern werden die grauen Flächen in einzelne, kleine Punkte zerlegt. Dieser optische Trick ist notwendig, weil der Offsetdruck keine Grautöne drucken kann.

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Die Pünktchen verbinden sich im Auge wieder zu einer Fläche und lassen so einen Grauton entstehen. Wer die Bilder für den Druck selbst nicht vorbereiten kann, kann die Druckerei mit dem Rastern beauftragen.

So entsteht das Layout einer Zeitung, Teil 2 (1)

Die Überschriften

Die Titel sollen Interesse wecken und Spannung erzeugen. Eine Überschrift wie „Antike Statuen verstauben im Keller des Museums“ klingt eher langweilig. Griffiger wäre „Nackt und verstaubt“. Die Schlagzeile soll kurz und knackig zusammenfassen, worum es in dem Text geht.

Trotzdem ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht zu jedem Thema passt eine spektakuläre Überschrift. Geht es um eine ernste Angelegenheit, könnten die Leser eine Schlagzeile im Boulevard-Stil als unangemessen empfinden. In solchen Fällen ist besser, sachlich zu formulieren.

Die Überschriften sollen nicht nur über den Inhalt des Beitrags informieren, sondern der Seite auch Struktur geben. Der Leser sollte auf einen Blick erkennen können, wie viele Artikel es jeweils auf einer Seite gibt und wo sie beginnen. Wichtig ist deshalb, die Anordnung gut zu durchdenken.

Die Größe der Titel richtet sich nach der Länge des Beitrags. Ein langer Text über mehrere Spalten braucht eine ebenso ausladende Überschrift.

Bei einem Bericht hingegen, der nur wenige Zeilen umfasst, macht ein Titel, der sich über die halbe Seite erstreckt, natürlich keinen Sinn.

Überschriften müssen aber nicht immer nur in schwarzer Schrift auf hellem Grund erscheinen. Manchmal ist es für das Layout wirkungsvoller, das Negativ zu wählen. In diesem Fall wird eine weiße Überschrift in einen schwarzen Kasten gesetzt.

Der Druck

Ist das Layout fertig, geht die Zeitung in den Druck. Das klassische Verfahren dabei ist der Offsetdruck. Am besten ist, den gesamten Entwurf mit Texten und Bildern als digitale Datei bereitzustellen. Allerdings sollte vorher abgeklärt sein, welche Datei-Formate die Druckerei annimmt.

Die Kosten für den Druck setzen sich aus drei Faktoren zusammen:

  1. Grundpreis für den Druck; er richtet sich nach dem Format, der Seitenzahl und der Auflage der Zeitung. Auch der Zeitpunkt, bis wann die Zeitung fertig sein muss, kann sich vor allem bei einem sehr kurzfristigen Auftrag auf den Preis auswirken.

  2. Zuschlag für besondere Papiersorten oder Bindungen

  3. Reproduktionskosten für die Bearbeitung, Belichtung und Rasterung von Fotos

Geht es um eine Schülerzeitung, eine Zeitung zur Hochzeit, ein Vereinsmagazin oder eine ähnliche Publikation, kann auch die Fotokopie eine gute Lösung sein. Dazu kann der fertige Entwurf an einen Copy-Shop gegeben werden, der den Ausdruck übernimmt.

Wer selbst Hand anlegen möchte, druckt die einzelnen Seiten mit schwarzer Farbe auf weißem Papier aus. Dadurch entstehen gute Kontraste. Anschließend können die Seiten fotokopiert und wie gewünscht geheftet werden.

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Hier schreiben Wolfgang Stocker, freier Journalist, Sabine Lankmann, - Inhaberin Medienagentur, Heiko Rieder, 44 Jahre - Journalist und Christian Gülcan - Inhaber Artdefects Media Verlag (2009 Presseausweis/ DJV) und Ferya Gülcan - Inhaberin Onlinemedien-Agentur. Wir möchten Wissenswertes über die Pressearbeit und Journalismus vermitteln, sowie einen Überblick über die Medienlandschaft in Deutschland geben.

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