Die größten Fehler im Umgang mit Medien, 1. Teil

Die größten Fehler im Umgang mit Medien, 1. Teil 

Die Medien brauchen Storys und die Storys brauchen Medien, die über sie berichten. Doch das Zusammenspiel klappt nicht immer reibungslos.

Hier sind die größten Fehler im Umgang mit den Medien:

Die Presse lebt von Informationen, Nachrichten, Meldungen und Schlagzeilen. Doch andersherum sind auch Prominente und Betroffene auf die Presse angewiesen. Wenn niemand über sie und ihre Arbeit oder ihre Erlebnisse berichtet, wird auch niemand davon erfahren.

Nun erfordert der richtige und gekonnte Umgang mit der Presse aber Fingerspitzengefühl, Wissen und Erfahrung. Denn der Betroffene kann die Presse nicht für sich und zu seinen Gunsten nutzen, wenn er sie braucht, die Presse in schwierigeren Situationen aber außen vor lassen wollen. Zudem kann der Betroffene nur bedingt Einfluss darauf nehmen, welches Bild in den Medien von ihm entsteht. Andererseits sind auch Journalisten nur Menschen, die ihren Job machen.

Wenn ein paar Punkte beachtet werden, sollte einer guten Zusammenarbeit deshalb nichts im Wege stehen. In einer zweiteiligen Übersicht nennen wir die größten Fehler im Umgang mit den Medien.

Hier ist der 1. Teil:

 

Fehler Nr. 1: Kein Aufbau von Kontakten

Oft ergibt sich der erste intensivere Kontakt zur Presse erst dann, wenn es Schwierigkeiten gibt oder etwas eher Unerfreuliches passiert ist. Dem Betroffenen bleibt in diesem Fall aber mitunter nur noch die Möglichkeit, auf die Berichterstattung zu reagieren und seinen Standpunkt in einer Gegendarstellung zu erläutern.

Dies wiederum kann zum einen dazu führen, dass sich aus einem eigentlich kleinen Thema große Schlagzeilen entwickeln, weil immer neue Sachverhalte ans Licht kommen, die in Darstellungen und Gegendarstellungen veröffentlicht werden. Zum anderen bringt eine Gegendarstellung als Reaktion auf eine Pressemeldung den Betroffenen immer in eine Art Verteidigungsposition.

Wichtig ist deshalb, möglichst früh Kontakte zur Presse aufzubauen und zu pflegen. Denn ein Journalist wird einem Gesprächpartner, den er persönlich nicht kennt, immer anders begegnen als einem Gesprächspartner, mit dem er schon seit Jahren in Kontakt steht. Ist im Laufe der Zeit eine offene und vertrauensvolle Beziehung entstanden, wird der Journalist eher bereit sein, von Anfang an auch den Standpunkt des Betroffenen in seiner Berichterstattung zu berücksichtigen.

 

Fehler Nr. 2: Instrumentalisierungsversuche

Eine Redewendung besagt, dass der Köder nicht dem Angler, sondern dem Fisch schmecken muss. Und diese Weisheit gilt auch im Umgang mit den Medien. Natürlich ist es absolut nachvollziehbar, dass der Betroffene möglichst positive Berichte über sich als Person und seine Arbeit lesen möchte.

Doch ein Journalist reagiert sehr sensibel, wenn er den Eindruck hat, der Betroffene wolle ihn für seine Zwecke und in seinem Sinne instrumentalisieren. Zudem ist es dem Journalisten egal, ob der Betroffene mit seinen Ideen Erfolg hat oder ob sich sein neues Buch, sein aktueller Film oder sein eben veröffentlichtes Musikalbum gut verkauft.

Für den Journalisten zählt nicht ein Produkt, sondern eine Geschichte oder eine Nachricht. Der Betroffene sollte also nicht versuchen, sich die Presse zu seinem Instrument zu machen. Stattdessen sollte er der Presse interessante Storys verkaufen. 

 

Fehler Nr. 3: Lügen und Falschinformationen

Ein großer Fehler ist, wenn der Betroffene versucht, unangenehme Fakten zu verheimlichen, negative Sachverhalte schönzureden oder Schwierigkeiten zu kaschieren. Andersherum ist es genauso keine gute Idee, Tatsachen auszuschmücken oder etwas vermeintlich Interessantes dazuzudichten, nur um eine große Schlagzeile zu bekommen.

Journalisten reagieren ziemlich verschnupft, wenn sie bewusst falsch informiert oder angelogen werden. Zudem sind Journalisten von Haus aus eher misstrauisch. Wenn sie das Gefühl haben, dass an einer Geschichte etwas nicht stimmt, läuten die Alarmglocken und ihr Jagdinstinkt erwacht erst richtig. In der Folge fliegen so nicht nur die Lügen auf, sondern es kommen mehr Informationen ans Licht, als dem Betroffenen lieb ist.

 

Fehler Nr. 4: Kein kundenorientiertes Denken

Wenn ein Verkäufer einem Kunden ein Produkt verkaufen will, dann muss er wissen, welche Bedürfnisse, Erwartungen, Interessen und Wünsche der Kunde hat. Der Verkäufer darf nicht nur sein Produkt sehen und seine Verkaufsabsichten in den Vordergrund stellen, sondern er muss kundenorientiert denken und handeln. Während diese Haltung im Geschäftsalltag völlig selbstverständlich umgesetzt wird, gerät sie im Umgang mit den Medien gerne in Vergessenheit.

Dabei ist der Journalist für den Betroffenen letztlich nichts anderes als der Kunde für den Verkäufer. Wenn der Betroffene möchte, dass der Journalist seine Geschichte kauft, dann muss er wissen, welche Themen auf Interesse beim Journalisten stoßen. Nicht jede Story eignet sich für jedes Medium und bloß weil der Betroffene etwas mitteilen möchte, heißt das noch lange nicht, dass ein Journalist seinen Lesern darüber berichten möchte.

Bevor sich der Betroffene an die Presse wendet, sollte er sich deshalb zunächst einmal mit der Zeitung, der Zeitschrift oder der Fernsehsendung auseinandersetzen. So kann er herausfinden, ob seine Geschichte überhaupt ins Konzept passen könnte. Zudem fühlt sich ein Journalist mitunter ziemlich gekränkt, wenn er feststellt, dass ihm der Betroffene eine exklusive Geschichte für sein Medium anbieten will, in Wahrheit aber noch nie einen Blick in seine Zeitung, Zeitschrift oder Fernsehsendung geworfen hat.

 

Fehler Nr. 5: Nicht auf den Punkt kommen

Ein Journalist hat einen engen Zeitplan. Tagtäglich landen diverse Agenturmeldungen, Nachrichten, Berichte, Presseerklärungen und andere Infos auf seinem Schreibtisch. Allein schon aus Zeitgründen kann er sich deshalb nicht stundenlang durch seitenlange Abhandlungen arbeiten.

Dazu kommt, dass sich ein Journalist für Tatsachen und Neuigkeiten interessiert. Er braucht weder ausformulierte Storys mit umfangreichen Details noch werbewirksame Verkaufsphrasen. Die Infos, die der Journalist für seinen Beitrag braucht, recherchiert er selbst, genauso wie er seinen Artikel alleine schreibt.

Möchte der Betroffene, dass seine Mitteilung berücksichtigt wird, ist er deshalb gut beraten, wenn er sich kurz fasst, ohne Umschweife auf den Punkt kommt und sich auf spannende Fakten beschränkt. Alles andere kann er getrost dem Journalisten als Profi überlassen.

 

Fehler Nr. 6: Vorschriften machen wollen

Der Journalist entscheidet selbst, was er wie schreibt. Natürlich kann ihm der Betroffene die Fakten anbieten, die aus seiner Sicht besonders erwähnenswert sind. Und selbstverständlich kann er sich mit dem Journalisten absprechen.

Doch was der Journalist letztlich aus der Geschichte macht, bleibt immer ihm selbst überlassen. Kein Journalist wird sich vorschreiben lassen, welche Informationen er in welcher Form zu verarbeiten hat. Wenn der Betroffene will, dass exakt das in der Zeitung steht, was er möchte, dann muss er an eine Anzeige schalten.

 

Fehler Nr. 7: Werbeanzeigen ins Spiel bringen

Bei Zeitungen und Zeitschriften gibt es eine klare Trennung zwischen der Redaktion und der Anzeigenabteilung. Und das hat auch einen guten Grund. Denn für einen seriösen Journalisten muss allein die Story im Vordergrund stehen. Ob der Betroffene kostspielige Werbeanzeigen in der Zeitung oder Zeitschrift schaltet, darf für den Journalisten keine Rolle spielen.

Für den Betroffenen heißt das, dass er nicht versuchen sollte, den Journalisten für sich zu gewinnen, indem er regelmäßige Inserate in Aussicht stellt, wenn der Journalist seine Story veröffentlicht oder in einer bestimmten Art über ihn berichtet. Ebenso sollte der Betroffene niemals damit drohen, dass er seine Anzeigen künftig woanders schaltet, wenn der Journalist nicht über ihn berichtet oder ihm die Berichterstattung missfällt.

Ein gestandener Journalist wird sich von solchen Versprechen oder Drohungen zwar nicht beeindrucken lassen. Für die gute Beziehung zwischen dem Betroffenem und der Presse sind sollte Spielchen aber alles andere als förderlich.

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