3 Fragen zum Nebenjob als freier Journalist

3 Fragen zum Nebenjob als freier Journalist

Der Stellenmarkt für Journalisten sieht nicht ganz so rosig aus. Selbst namhafte Medien bieten nur recht wenige Festanstellungen an. Auch wenn es nach der Medienkrise ganz allmählich wieder aufwärts zu gehen scheint, sind feste Redakteursposten rar gesät.

Trotzdem ist für viele der Beruf des Journalisten ein echter Traumjob. Und die Nachfrage ist dementsprechend groß.

Nebenjob Journalist

Vor allem Neueinsteiger werden oft nicht umhinkommen, als freier Journalist anzufangen. Tatsächlich muss das aber gar nicht schlecht sein. Denn ein freier Journalist hat zwar wenig Sicherheit, dafür aber auch viel Freiheit.

 

Viel Arbeit für wenig Geld

Nun ist es insgesamt mit dem Journalismus aber so eine Sache. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und eine verbindlich vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht.

Viele Verlage erwarten zwar ein abgeschlossenes Studium und ein Volontariat oder zumindest schon etwas Schreiberfahrung. Andererseits haben auch Quereinsteiger im Journalismus durchaus Chancen. Doch dem angehenden Autor muss klar sein, dass Schreibtalent alleine nicht ausreicht. Der Job besteht nicht nur darin, ansprechende Texte zu verfassen.

Gerade ein freier Journalist muss auch kaufmännisch denken und handeln. Als Freier ist er Unternehmer, muss sich Aufträge besorgen und viel Bürokram erledigen.

Eine große Konkurrenz und der Preisdruck machen freien Journalisten das Leben zusätzlich schwer. Als Journalist zu arbeiten, ist oft in erster Linie eine Berufung. Denn reich werden die wenigsten damit. Die aktuellen Zahlen der Künstlersozialkasse besagen, dass das Jahreseinkommen im Bereich Wort bei durchschnittlich knapp über 20.000 Euro brutto liegt.

Das sind rund 1.670 Euro im Monat. Davon müssen aber noch die Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden. Nach Miete, Strom, Versicherungen und den sonstigen Ausgaben bleibt so nicht viel übrig.

 

3 Fragen zum Nebenjob als freier Journalist

Um über die Runden zu kommen, haben viele freie Journalisten deshalb einen Nebenjob. So schreiben sie beispielsweise PR-Texte oder arbeiten im Bereich der Unternehmenskommunikation. Manchmal verdienen sie sich aber auch in Branchen, die gar nichts mit dem Schreiben zu tun haben, etwas dazu. Andersherum ist es gut möglich und durchaus sinnvoll, nebenbei für verschiedene Medien zu schreiben.

Gerade während der Ausbildung oder um den Berufseinstieg vorzubereiten, lassen sich auf diese Weise nämlich wertvolle Erfahrungen sammeln und hilfreiche Kontakte knüpfen.

Nur: Wie kann das funktionieren? Und was gilt es zu beachten? Wir beantworten die drei wichtigsten Fragen zum Nebenjob als freier Journalist.

 

  1. Welche Formalitäten muss ich erledigen?

Bevor die Arbeit losgehen kann, steht erst einmal Papierkram auf dem Programm. Es ist zwar nicht notwendig, ein Gewerbe anzumelden. Doch weil es sich um eine selbstständige Tätigkeit handelt, mit der ein Einkommen erzielt wird, muss das Finanzamt informiert werden. Das Finanzamt teilt dem freien Journalisten eine Steuernummer zu. Diese muss er auf seinen Honorarrechnungen angeben und unter dieser Steuernummer versteuert der Journalist auch seine Einnahmen.

Bleiben die Gewinne im ersten Jahr unter der Marke von 17.500 Euro und fallen sie in den Folgejahren nicht höher aus als 50.000 Euro, kann sich der freie Journalist von der Umsatzsteuer befreien lassen. Dadurch spart er sich viel Büroarbeit. Allerdings kann er dann auch keine Vorleistungen absetzen.

Und er darf auf seinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer ausweisen. Hier sollte sich der Journalist informieren und gut überlegen, was in seinem Fall die bessere Lösung ist. Wenn es sich um einen Nebenjob handelt, werden die Ausgaben für die Tätigkeit meist niedriger ausfallen als die Steuer. Deshalb ist die Befreiung von der Umsatzsteuer, auch bekannt als Kleinunternehmerregelung, zumindest die deutlich bequemere Variante.

 

  1. Wie komme ich an Aufträge?

Hat der freie Journalist seine Steuernummer bekommen, kann er sich auf Auftragssuche begeben. Dazu kann er sich an die örtlichen Tageszeitungen oder kleinere Magazine wenden und dort seine Mitarbeit anbieten. Daneben kann er Betreiber von Internetseiten ansprechen. Auf vielen Webseiten besteht nämlich die Möglichkeit, als Gastautor zu schreiben.

Die klassische Bewerbung wird in diesem Fall von einer Arbeitsprobe ersetzt. Das heißt: Der Journalist bietet dem Medium direkt einen Artikel oder Beitrag an, der thematisch passt. Zusätzlich dazu kann der Journalist Referenzen vorlegen. So kann sich die Redaktion selbst ein Bild davon machen, wie der Journalist schreibt und für wen er schon tätig war.

Hat der Journalist Bedenken, dass sein Text ohne seine Zustimmung genutzt werden könnte, oder möchte er nicht zu viel Zeit und Arbeit in einen Beitrag investieren, der möglicherweise keinen Abnehmer findet, kann er der Redaktion auch ein Exposé vorlegen. Darin fasst er den geplanten Artikel in kurzer und knackiger, aber aussagekräftiger Form zusammen.

Konnte der freie Journalist ein paar Artikel bei einer Zeitung oder in einem Magazin unterbringen, stehen die Chancen gut, dass weitere Aufträge folgen. Voraussetzung ist aber, dass der Journalist pünktlich und in gleichbleibend guter Qualität liefert. Denn die Redaktion muss sich darauf verlassen können, dass sie die Beiträge rechtzeitig bekommt.

Andersherum heißt das auch: Der freie Journalist sollte nur so viele Aufträge annehmen, wie er schaffen kann. Es bringt nichts, wenn der Journalist an vielen Stellen seine Mitarbeit anbietet und Texte verspricht, dann aber nicht liefert. Denn auf weitere Aufträge braucht er dann nicht zu hoffen.

 

  1. Wie viel kann ich mit dem Nebenjob verdienen?

Wie hoch der Verdienst ist, hängt davon ab, für wen der freie Journalist schreibt und in welcher Form die Vergütung vereinbart ist. Gerade bei der Bezahlung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. So bezahlen die Redaktionen

  • nach Zeilen,
  • nach Wörtern oder Zeichenzahl,
  • pro Seite,
  • feste Pauschalen oder
  • Stunden- oder Tagessätze.

Neben den Vergütungsformen sind auch die Beträge teils sehr unterschiedlich. So kann es sein, dass der freie Journalist für eine Zeile deutlich weniger als 50 Cent oder weit mehr als einen Euro bekommt. Ein Beitrag über eine Seite kann in einer kleinen Lokalzeitung 100 Euro einbringen, in einer angesehenen Fachzeitschrift oder einer überregionalen Tageszeitung hingegen 500 Euro.

Hier kommt es also immer auch ein bisschen auf das Verhandlungsgeschick des Journalisten an. Allerdings sollte er nicht zu hoch pokern. Denn auch die Verlage müssen ihr Budget kalkulieren und wenn ein Journalist zu teuer ist, greifen sie auf einen anderen Autor zurück. Interessenten gibt es schließlich mehr als genug. Außerdem sollte der Journalist im Hinterkopf behalten, dass er nicht nur für Geld, sondern in erster Linie für die Leser schreibt. Und je öfter seine Beiträge abgedruckt werden, desto eher macht er sich einen Namen in der Branche.

Wichtig zu wissen ist aber noch das: Die Bezahlung richtet sich nicht nach der Anzahl und dem Umfang der abgelieferten Texte, sondern nach dem Umfang der abgedruckten Beiträge. Es wird nicht ausbleiben, dass die Redaktion einen Artikel kürzt. Oder dass sie einen Artikel gar nicht verwertet. Das ist normal und gehört dazu. Bezahlt wird der freie Journalist aber nur für das, was am Ende auch wirklich in der Zeitung steht.

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