Texten für Fernsehbeiträge und Videos: 1. Teil – Tipps

Texten für Fernsehbeiträge und Videos: 1. Teil  – Tipps 

Nachrichten und Meldungen rund ums aktuelle Geschehen werden nicht nur durch Artikel in Zeitungen oder auf Internetseiten vermittelt. Fernsehbeiträge und Videos gehören genauso zum Journalismus. Allerdings müssen Texte, die vorgelesen werden oder bewegte Bilder begleiten, anders geschrieben werden als Texte, die gelesen werden.

Ein Bildbeitrag lebt nämlich von seinen Bildern. Sie sind es, die die Geschichte erzählen, die Informationen transportieren und die Botschaft vermitteln. Der Text begleitet die Bilder nur und hilft dem Zuschauer dabei, sie richtig einzuordnen. Doch selbst erfahrenen Journalisten fällt es mitunter schwer, die richtigen Formulierungen zu finden.

In einem zweiteiligen Beitrag soll es deshalb ums Texten für Fernsehbeiträge und Videos gehen.

 

Dabei verrät dieser 1. Teil Tipps für gelungene Texte. Der 2. Teil wird dann typische Fehler benennen:

 

4 Tipps beim Texten für Fernsehbeiträge und Videos

Liest ein Leser einen Artikel in einer Zeitung oder auf einer Internetseite, kann er jederzeit zurückgehen und den Satz oder Abschnitt noch einmal lesen, wenn ihm etwas unklar ist. Bei einem Fernsehbeitrag ist das anders. Hier kann der Zuschauer nicht einfach zurückspulen und sich das, was er nicht verstanden hat, noch einmal anhören.

Hinzu kommt, dass der Leser seine gesamte Aufmerksamkeit dem geschriebenen Text widmet. Er ist durch nichts abgelenkt. Im Unterschied dazu ist die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Bilder und den Text aufgeteilt.

Für den Texter bedeutet das, dass er immer im Hinterkopf behalten sollte, dass der Zuschauer seinen Text weder sieht noch liest, sondern lediglich als Begleitung der Bilder hört.

Deshalb sollte der Texter folgende Tipps beherzigen, wenn er Texte für Fernsehbeiträge und Videos verfasst:

 

1. Eine einfache und klare Sprache verwenden.

Der Zuschauer muss den Text auf Anhieb verstehen können. Er will nicht lange über das Gesagte nachdenken, sondern die Infos aus dem Text zusammen mit den Bildern dazu aufnehmen. Der Texter sollte sich deshalb für eine einfache und klare Sprache entscheiden.

Auf lange und komplizierte Sätze sollte er genauso verzichten wie auf hochtrabende Fremdwörter oder Fachausdrücke, mit denen bestenfalls Experten etwas anfangen können. Am besten orientiert sich der Texter an der Umgangssprache.

Wenn er seinen Text so schreibt, wie er die Inhalte bei einem normalen Gespräch mit Freunden erzählen würde, hat er einen guten Stil für diese Art von Texten gefunden. Nebenbei ergibt sich so noch ein weiterer Vorteil:

Texte, die in einer normalen Alltagssprache formuliert sind, lassen sich leichter ablesen und laut vortragen.

 

2. Sich auf das Wesentliche beschränken.

Der Text soll einen Fernsehbeitrag oder ein Video begleiten und ergänzen, aber nicht mit ihm konkurrieren oder ihm gar die Show stehlen. Gleichzeitig will der Zuschauer nicht mit zu vielen Informationen auf einmal konfrontiert werden. Der Texter sollte deshalb die Bilder für sich wirken lassen und den Text lediglich verwenden, um wichtige Zusatzinformationen zu vermitteln.

Mit einer Aneinanderreihung von Zahlen, Daten und Fakten kann der Zuschauer aber nicht viel anfangen. Der Texter sollte sich daher auf die wichtigsten Angaben beschränken und diese anschaulich rüberbringen.

Alle Floskeln und Füllwörter, die für die Geschichte keine Bedeutung haben, kann er ruhigen Gewissens weglassen. Zudem muss er dem Zuschauer nicht das gesamte Ergebnis seiner Recherchearbeit präsentieren. Es reicht völlig, wenn der Texter das vermittelt, worauf es tatsächlich ankommt.

 

3. Den Inhalt sinnvoll gliedern.

Wenn sich der Zuschauer einen Fernsehbeitrag oder ein Video anschaut, möchte er einerseits informiert und andererseits unterhalten werden. Der Texter sollte seinen Text deshalb als ein Hilfsmittel verstehen, um den Zuschauer durch den Beitrag zu führen.

Dazu sollte er erklären, was der Zuschauer gerade sieht, wie er die Bilder richtig einordnet und welche Botschaft sie ihm vermitteln sollen. Greift der Texter einen neuen Gedanken auf oder gehen die Bilder in ein anderes Thema über, sollte der Text darauf hinweisen.

Zudem gilt immer, dass der Text den Bildern folgt und nicht umgekehrt. Ratsam ist außerdem, die Kernaussage ganz am Ende noch einmal kurz und auf den Punkt gebracht zusammenzufassen. So können Text und Bilder zu einer Einheit verschmelzen und dem Zuschauer bleibt die Botschaft im Gedächtnis.

 

4. Anschaulich formulieren.

Wortspiele, rhetorische Stilmittel oder originelle Formulierungen können einem Text zwar eine pfiffige Note verleihen. Allerdings können sie auch dazu führen, dass der Zuschauer nicht weiß, was ihm der Texter eigentlich sagen will. Insgesamt ist es deshalb besser, auf zu viel Wortakrobatik zu verzichten und stattdessen auf anschauliche Beispiele zu setzen. Nachvollziehbare Vergleiche machen es leichter, Daten und Fakten richtig einzuordnen.

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