Tipps und Infos zum Thema Recherche

Tipps und Infos zum Thema Recherche  

Kein Journalist kommt ohne Recherche aus, allerdings haben sich die Recherchearbeit und die damit verbundenen Vorgehensweisen in den letzten Jahren deutlich verändert. Früher bestand einer der wesentlichen Unterschiede zwischen professionellen Journalisten und Nicht-Journalisten weniger rein in der Ausbildung, sondern vielmehr in der Technik, die Profijournalisten nutzen konnten, sowie in den Zugangsmöglichkeiten zu aktuellen Informationen.

So war es seinerzeit nur in einer Redaktion selbst möglich, aktuelle Meldungen von Nachrichtenagenturen in Echtzeit zu lesen und nur sofern ein Verlag über ein ordentliches und gepflegtes Archiv verfügte, konnten bereits veröffentlichte Artikel eingesehen werden.

Durch das Internet hat sich diese Situation deutlich verändert. So können Journalisten heute häufig auf mehr Informationen zurückgreifen als die Reporter und Korrespondenten vor Ort und auf zahlreichen Seiten im Internet können die Meldungen der Agenturen kostenlos und in Echtzeit abgerufen werden.

Zudem ist auch der interessierte Leser nicht mehr nur auf die morgendliche Zeitung und die abendlichen Nachrichten angewiesen, sondern kann sich via Internet rund um die Uhr über das aktuelle Geschehen vor Ort und weltweit informieren.

Auch wenn das Internet die Recherche deutlich erleichtert und komfortabler macht, landen die benötigten Informationen aber natürlich nicht automatisch und ohne eigenes Zutun auf dem Bildschirm. Zudem kann der Computer immer nur einen Teil der Recherchearbeit übernehmen, die traditionellen Mittel und Wege der Recherche also letztlich nur ergänzen.

Hier daher die wichtigsten Infos und Tipps zum Thema Recherche im Überblick:

·         Kostenlose Hilfsmittel.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Software, kostenloser Webdienste und Internetangebote, die sich als äußerst hilfreiche und effektive Werkzeuge bei der Recherche erweisen.

Zwar gibt es nach wie vor auch kommerzielle Angebote und kostenpflichtige Datenbanken und ein professioneller Journalist wird vermutlich auch künftig nicht auf diese Quellen verzichten können.

Während es früher bei einer guten und soliden Recherche jedoch vor allem auf finanzielle Ressourcen und eine entsprechende technische Ausstattung ankam, ist heute wichtiger, dass der Journalist weiß, wo und wie er nach Informationen suchen muss und die ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen weiß. 

   

·         Recherche mit Online-Lexika.

Es gibt eine Reihe von Lexika, die online eingesehen werden können, teils kostenfrei, teils gegen geringe Gebühren für den vollständigen Eintrag.

Natürlich ist es nicht möglich, einen Artikel allein auf der Basis von Informationen aus einem Eintrag in einem Online-Lexikon zu schreiben. Allerdings bieten sich solche Einträge hervorragend als Ausgangspunkt für die eigene Recherche an, insbesondere dann, wenn es entsprechende Links gibt, die zu weitergehenden Informationen führen.

·         Recherche mit Suchmaschinen.

Im Grunde genommen funktionieren Suchmaschinen nach einem recht einfachen Prinzip. So gibt der Nutzer sein Suchwort ein, drückt auf den entsprechenden Button und erhält in Sekundenschnelle sein Ergebnis.

Um Suchmaschinen jedoch gezielt und effektiv für die Recherche nutzen zu können, muss die Suche verfeinert werden, da die Anzahl an unbrauchbaren Ergebnissen ansonsten schlichtweg viel zu groß ist und das Durchstöbern und Aussortieren insofern viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

Sinnvoll ist außerdem, auch auf sogenannte Metasuchmaschinen zurückzugreifen, die ihr Augenmerk auf ein bestimmtes Thema legen.

·         Recherche bei Mediendiensten.

Ein Nachteil der Suchmaschinen liegt darin, dass neben Artikeln und Texten zunehmend auch Bilder- und Videoplattformen in den Sucherergebnissen auftauchen.

Insofern kann es ratsam sein, auf die direkte Suche bei der Recherche nach einem bestimmten Medium oder einer bestimmten Medienart zurückzugreifen. Dazu können die jeweiligen Mediendienste genutzt werden, beispielsweise die Mediendienste für aktuelle Meldungen, für Dokumentationen, für Musik oder für Bilder.

·         Recherche mit dem eigenen Archiv.

Jeder Journalist legt ein eigenes Archiv an, das über die Jahre stetig wächst. In einem solchen Archiv werden in erster Linie wichtige Adressen und Informationsquellen gespeichert, die auch künftig dann immer wieder schnell und unkompliziert abgerufen werden können.

Wie sinnvoll es ist, alle Daten ausschließlich auf dem Computer zu speichern, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Methoden und Möglichkeiten, um Daten auch bei einem Absturz der Festplatte wiederherzustellen oder die Daten regelmäßig mittels Sicherheitsbackup auf einem externen Server zu hinterlegen, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Daten jedoch auch außerhalb des Computers archivieren.

·         Die Struktur der Recherche.

Vor allem das Internet birgt die Gefahr, sich recht schnell zu verzetteln. So genügt schon ein interessanter Artikel, der zufällig entdeckt wird, um dieses Thema mittels weiterführender Links zu verfolgen und darüber die eigentliche Recherche zu vergessen.

Insofern ist wichtig, dass bereits vor Beginn der Recherche feststeht, wonach eigentlich gesucht wird. Vor allem bei umfangreicheren Recherchen ist es in diesem Zuge außerdem sinnvoll, einen Rechercheplan zu erstellen und diesen Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Die Kommunikation mit den Lesern. Ein Rechercheansatz, der nicht vergessen werden sollte, ist die Kommunikation mit den Lesern. So kann es durchaus passieren, dass sich aus den Kommentaren und Reaktionen auf einen veröffentlichten Text interessante Aspekte ergeben, die es wert sind, weiter verfolgt, recherchiert und in einem Folgeartikel thematisiert zu werden.

Weiterführende Pressestimmen, Fachartikel und Anleitungen:

 

 

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