Journalistenpreise in Deutschland

Infos zu den wichtigsten allgemeinen Journalistenpreisen in Deutschland 

Journalistenpreise sind Preise, die für hervorragende journalistische Arbeiten vergeben werden. Die Arbeiten müssen dabei in einem bestimmten Zeitraum veröffentlicht worden sein, der üblicherweise ein oder zwei Jahre umfasst.

Im deutschsprachigen Raum gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Journalistenpreisen. So werden neben Preisen für journalistische Arbeiten im Allgemeinen spezielle Journalistenpreise in Sparten wie beispielsweise Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Wissenschaft oder Gesellschaft und Soziales vergeben.

Außerdem gibt es Journalistenpreise, die sich auf den lokalen und regionalen Journalismus beziehen. Generell haben Journalistenpreise im deutschsprachigen Raum zwar nicht die Bedeutung, die beispielsweise der Pulitzer-Preis in den USA hat. Aber trotzdem sind sie für Journalisten natürlich eine wichtige Auszeichnung.

Hier nun Infos zu den wichtigsten allgemeinen Journalistenpreisen in Deutschland:

Der Henri Nannen Preis

Dieser Journalistenpreis, der auch den Egon Erwin Kisch-Preis beinhaltet, wird für journalistische Bestleistungen des jeweiligen Vorjahres vergeben. Erstmals wurde der Preis 2005 verliehen, die Preisverleihung findet im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg statt.

Vergeben wird der Preis in fünf Kategorien, nämlich:

·         für die beste Reportage als Egon Erwin Kisch-Preis,

·         für die beste investigative Leistung,

·         für eine besonders anschauliche und verständliche Dokumentation eines komplexen gegenwärtigen oder zeitgeschichtlichen Inhalts,

·         für einen besonders unterhaltenden oder humorvollen Bericht und

·         für die beste Foto-Reportage.

Zudem wird der Journalistenpreis für herausragendes Engagement im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit der Presse im In- und Ausland sowie für ein journalistisches Lebenswerk verliehen.

Seit 2009 sind neben Artikeln in Printmedien auch Online-Veröffentlichungen zugelassen. Insgesamt ist der Henri Nannen Preis mit 30.000 Euro dotiert und ausgezeichnet wird jeweils der 1. Platz einer Kategorie. Neben dem Preisgeld erhalten die Preisträger außerdem den Henri, eine Bronzeskulptur von Henri Nannen, gestaltet von dem Berliner Bildhauer Rainer Fetting.    

Der Theodor-Wulff-Preis

Dieser Journalistenpreis der deutschen Zeitungen wird seit 1962 jedes Jahr vergeben. Verliehen wird der Preis vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. für Essays, Kommentare, Berichte und Reportagen in deutschsprachigen Zeitungen.

Vergeben wird der Journalistenpreis in fünf gleichrangigen Klassen, die mit jeweils 6.000 Euro dotiert sind. In unregelmäßigen Abständen wird der Preis außerdem für das Lebenswerk verliehen, hier allerdings ohne Dotierung. Der Journalistenpreis ist dem Andenken an Theodor Wolff gewidmet.

Bis 1933 war er der liberal-demokratische Chefredakteur des Berliner Tageblatts, wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft aber 1933 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben.  

Der Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik

Durch diesen Preis werden engagierte und sprachlich prägnante journalistische und publizistische Arbeiten ausgezeichnet. Die Texte müssen sich dabei auf zeitgeschichtliche oder politische Sachverhalte beziehen und im Sinne Tucholskys Verständigung, Toleranz und ein friedliches Miteinander beabsichtigen.

Vergeben wird der Preis an deutschsprachige Journalisten, Publizisten und auch Schriftsteller. Neben Einzelarbeiten kann der Preis auch für ein Lebenswerk verliehen werden. Der Kurt-Tucholsky-Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 3.000 Euro dotiert. 

Der Axel-Springer-Preis für junge Journalisten

Dieser Journalistenpreis wird seit 1991 jährlich von der Axel Springer Akademie an junge Journalisten vergeben. Die Preisverleihung findet jedes Jahr am 02. Mai in Berlin und damit am Geburtstag des Namensgebers Axel Springer statt.

Seit 2005 werden die Preise in den vier Kategorien Print, Fernsehen, Hörfunk und Internet vergeben, wobei die Kategorie Print in drei Unterkategorien aufgeteilt ist. Die Journalisten dürfen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht älter sein als 33 Jahre und die Arbeiten müssen im jeweiligen Vorjahr erstmalig veröffentlich worden sein.

Inhaltlich müssen sich die Arbeiten mit den Themen aktuelle Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport oder Gesellschaft befassen. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 54.000 Euro. In der Kategorie Print werden drei erste Preise vergeben, die jeweils mit 6.000 Euro dotiert sind. In den drei anderen Kategorien erhalten die Preisträger jeweils 6.000 Euro für den ersten, 4.000 Euro für den zweiten und 2.000 Euro für den dritten Platz.   

Der Züricher Journalistenpreis

Dieser Journalistenpreis wurde 1980 vom Züricher Presseverein ZPV gestiftet und macht sich zum Ziel, die journalistische Qualität in der deutschsprachigen Schweiz zu fördern.

Vergeben wird der Preis in vier Kategorien, und zwar:

·         für einen Beitrag, der in einer Zeitung veröffentlich wurde,

·         für einen Beitrag, der in einer Zeitschrift oder einem Magazin erschienen ist,

·         für einen Beitrag von einem Journalisten, der jünger ist als 30 Jahre, und

·         für das Lebenswerk eines Journalisten.

Dotiert ist der Preis, der jährlich vergeben wird, mit jeweils 10.000 Franken pro Kategorie und zugelassen sind Arbeiten, die in den Kantonen Zürich und Schaffhausen veröffentlicht wurden oder von Journalisten stammen, die überwiegend in diesen beiden Kantonen tätig sind.   

Weitere wichtige allgemeine Journalistenpreise sind der Alternative Medienpreis, der Emma-Journalistinnen-Preis, der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, der Hansel-Mieth-Preis sowie in Österreich der Dr. Karl-Renner-Publizistikpreis und der Österreichische Zeitschriftenpreis.

Weiterführende Presse, Tageszeitungen und Ratgeber:

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