Fragen und Antworten – Journalist werden

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema “Journalist werden” 

Der Journalismus gehört für sehr viele zu den Berufsbereichen mit Traumberuf-Charakter. Dementsprechend begehrt sind die Ausbildungsplätze und die Arbeitsstellen. Nun wird sich so mancher aber vielleicht fragen, wie die Chancen, als Journalist tätig zu werden, denn eigentlich stehen.

Hier daher die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema “Journalist werden” in der Übersicht: 

1. Welche Möglichkeiten gibt es, um Journalist zu werden?

Artikel 5 des Grundgesetzes besagt, dass jeder das Recht hat, eine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu verbreiten. Da dies letztlich auch bedeutet, dass prinzipiell jeder journalistisch tätig sein kann, wird daraus üblicherweise abgeleitet, dass eine Tätigkeit als Journalist weder an bestimmte Voraussetzungen noch an eine festgelegte Ausbildung geknüpft werden darf.

Demzufolge gibt es keinen verbindlich geregelten Ausbildungsweg und auch die Berufsbezeichnung Journalist ist nicht geschützt. Insofern stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, um Journalist zu werden. So können ein Studium absolviert oder eine Journalistenschule oder eine Berufsakademie besucht werden. Daneben kann die Ausbildung als zweijähriges Volontariat erfolgen, aber auch der Einstieg über eine Hospitanz oder ein Quereinstieg sind nicht ausgeschlossen.

Insgesamt liegt die Anzahl der Bewerber aber trotz der unterschiedlichen Möglichkeiten deutlich über der Anzahl der freien Plätze. Daraus haben sich zwei Konsequenzen ergeben.

Zum einen sind die Auswahlkriterien vor allem bei renommierten Ausbildungsstätten mittlerweile sehr streng und reichen von einem Numerus clausus für ein Journalistik-Studium über diverse Assessment-Center bei Journalistenschulen bis hin zu einem umfassenden Anforderungskatalog für Volontariatsbewerber.

Zum anderen gibt es einige Anbieter, die mit einer Journalistenausbildung werben, die häufig außerhalb der Medien stattfindet oder den Begriff Volontariat meidet. Eine solche Ausbildung mag auf den ersten Blick zwar gut klingen, bringt im Hinblick auf die Berufskarriere häufig aber nicht allzu viel. Für diejenigen, die sich für eine Ausbildung als Journalist interessieren, gilt grundsätzlich der Tipp, mehrere Möglichkeiten zu nutzen. Klappt es beispielweise nicht gleich beim ersten Mal mit der Aufnahme an einer Journalistikschule oder einem Studium, kann die Wartezeit möglicherweise mit einem Praktikum oder einer Hospitanz überbrückt werden.   

2. Welche Studiengänge sind für eine Tätigkeit als Journalist am sinnvollsten?

Ähnlich wie es nicht den einen Ausbildungsweg zum Journalisten gibt, der die besten Chancen für einen Einstieg bietet und eine erfolgreiche Berufstätigkeit verspricht, gibt es auch keine allgemeingültige Empfehlung für einen Studiengang.

Prinzipiell sollte daher zunächst immer ein solcher Studiengang gewählt werden, der den eigenen Interessen entspricht. Neben einem reinen Journalistikstudium kann dies auch ein journalistisch geprägter Studiengang wie beispielsweise Technikjournalismus oder Online-Journalismus oder ein gänzlich anderes Fach mit Journalismus im Nebenfach sein.

Sinnvoll ist aber, schon während des Studiums Kontakte zu knüpfen und durch Praktika oder eine freie Mitarbeit bereits erste Berufserfahrungen zu sammeln.   

3. Sollte ein Volontariat besser vor oder nach einem Studium absolviert werden?

Ob der angehende Journalist erst ein Volontariat absolviert und anschließend studiert, mit dem Studium beginnt und danach erst als Volontär tätig wird oder seine Ausbildung nur über ein Volontariat gestaltet und auf ein Studium verzichtet, bleibt letztlich seiner eigenen Entscheidung überlassen.

Vielfach werden Volontariatsstellen zwar nur an Bewerber mit abgeschlossenem Studium vergeben, grundsätzlich kann eine Bewerbung aber auch erfolgreich sein, wenn sich der Bewerber unmittelbar nach dem Abitur oder als Quereinsteiger bewirbt.

Zu beachten ist außerdem, dass vor allem Rundfunkanstalten oft mit Altersgrenzen für Volontäre arbeiten. Generell kann ein Volontariat oder auch ein Praktikum also sinnvoll sein, um die Wartezeit auf einen Studienplatz zu überbrücken und Gleiches gilt auch umgekehrt.  

4. Wie lässt sich eine Volontariatsstelle finden?

Nachdem es weit mehr Bewerber als Volontariatsstellen gibt, gehören neben einem Vorstellungsgespräch in vielen Fällen auch Tests und Assessment-Center zum recht strengen Auswahlwahlverfahren. Auf ihren Webseiten und auch auf Nachfrage informieren die jeweiligen Verlage und Rundfunkanstalten aber darüber, welche Erwartungen sie an ihre Volontäre stellen und wie die Auswahl erfolgt.

In vielen Fällen erweisen sich zudem ein Praktikum oder eine freie Mitarbeit als gute Einstiegsmöglichkeit. Der angehende Journalist kann so nämlich erste Berufserfahrungen sammeln, sein Können unter Beweis stellen und Kontakte knüpfen, die auf dem späteren Weg überaus hilfreich sein können.   

5. Wie sinnvoll ist ein Volontariat im Ausland?

Eine Ausbildung zum Journalist über ein Volontariat ist in deutschsprachigen Ländern zwar durchaus üblich, in den meisten anderen Ländern hingegen erlernt der Journalist sein Handwerk im Rahmen eines Studiums. Hinzu kommt, dass der Journalismus in die Gruppe der freien Berufe gehört, wodurch eine Anerkennung des Volontariats im rechtlichen Sinne ausscheidet.

Dennoch gibt es Berufsbereiche, bei denen eine Ausbildung oder Berufserfahrung im Ausland große Pluspunkte bringen kann, beispielsweise wenn der Journalist als Auslandskorrespondent arbeiten möchte. Wichtig ist dann aber, dass die Ausbildung oder die im Ausland erworbenen Kenntnisse in etwa mit dem vergleichbar sind, was ein angehender Journalist im Rahmen eines Volontariats erlernt.   

6. Wie lässt sich ein Arbeitsplatz als Journalist finden?

Recht häufig übernehmen Verlage und Rundfunkanstalten Journalisten nach ihrer Ausbildung, nach einem Volontariat häufig als angestellter Redakteur, nach einem Praktikum mitunter als freier Mitarbeiter. Daneben werden viele Jobs über Kontakte vergeben, weshalb wichtig und sinnvoll ist, recht früh möglichst viele Kontakte zu knüpfen.

Freie Stellen als Journalist werden üblicherweise in Stellenbörsen und Journalistenportalen im Internet, auf den Webseiten der Verlage und Rundfunkanstalten sowie in Fachzeitschriften ausgeschrieben. Insgesamt gestaltet sich die Arbeitsmarktsituation jedoch recht schwierig.

Ähnlich wie die Anzahl an Volontariatsstellen werden auch immer mehr Festanstellungen gestrichen und durch freie Mitarbeiter ersetzt. Allerdings sollte sich der angehende Journalist davon nicht entmutigen lassen, denn auch im Medienbereich kann sich der Arbeitsmarkt wieder in eine positive Richtung verändern. 

7. Wie viel verdient ein Journalist eigentlich?

Das Einkommen als Journalist hängt zunächst von dem Beschäftigungsverhältnis ab. Festangestellte Redakteure werden meist nach Flächentarif- oder Haustarifverträgen bezahlt. Je nach Region und Arbeitgeber bewegt sich das Jahresbruttoeinkommen als fester Mitarbeiter im Durchschnitt zwischen 35.000 und 45.000 Euro, die durchschnittlichen Einstiegsgehälter liegen je nach Ausbildung zwischen rund 20.000 und 30.000 Euro pro Jahr.

Die durchschnittlichen Gewinne von freien Journalisten betragen nach Angaben der Künstlersozialkasse zwischen rund 13.000 und 30.000 Euro jährlich.

Weiterführende Ratgeber zur Presse, Journalismuss und Tageszeitungen:

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