Die grössten Zeitungsenten

Die größten Zeitungsenten 

Von einer Zeitungsente wird immer dann gesprochen, wenn eine Falschmeldung in einer Zeitung erscheint. Dabei können Zeitungsenten sowohl auf Irrtümern beruhen, also durch fehlerhafte oder unvollständige Recherche entstehen, als auch durchaus beabsichtigt sein.

Bewusste Falschmeldungen können beispielsweise dazu eingesetzt werden, um die Aktienkurse von einzelnen Unternehmen oder ganzer Wirtschaftszweige zu beeinflussen oder um politische Positionen, beispielsweise im Kontext eines Wahlkampfes zu stärken oder eben zu schwächen oder um schlichtweg die Auflage zu steigern.

Prinzipiell sieht der journalistische Ehrenkodex die Verpflichtung zur Wahrheit und zur sorgfältigen Recherche vor, weshalb eigentlich auch die Verpflichtung besteht, falsche oder irreführende Meldungen in einer der Folgeausgaben zu korrigieren. Dies kann einerseits in Form einer Berichtigung und andererseits in Form einer Gegendarstellung erfolgen.

Eine Gegendarstellung muss jedoch von demjenigen verfasst werden, der von der Zeitungsente betroffen ist. Insofern hat eine Gegendarstellung eher den Charakter einer Stellungnahme und wird überdies in einigen Fällen mit Hinweisen der Zeitung ergänzt, etwa, dass die Zeitung an der eigenen Darstellung durchaus festhält.

Die Zeitungsenten in der Presse: 

Neben Zeitungsenten, die tatsächlich für große Verwirrung sorgen, gibt es Zeitungsenten, die eher mit einem Schmunzeln zu quittieren und eher in die Kategorie unglückliche Ausdrucksweise einzuordnen sind. So titelte eine Hamburger Zeitung im Zuge des Streiks deutscher Milchbauern beispielsweise, Bauern würden keine Milch mehr geben. Weitreichendere Folgen hatte eine Zeitungsente im Zuge des G8-Gipfels, in der behauptet wurde, 433 Polizisten wären verletzt worden, 32 davon schwer. Allerdings wurden lediglich 158 Polizisten behandelt und nur zwei davon überhaupt stationär, wobei die meisten Verletzungen durch den Einsatz des eigenen CS-Gases entstanden.

Weltweite Fehlinformationen 

Auch wenn die Zahlen im Nachhinein korrigiert wurden, konnte die weltweite Fehlinformationen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ein weiteres Beispiel für eine skandalöse Zeitungsente war eine Meldung aus dem Jahr 2006, als der angebliche Vorsitzende des Bundes Deutscher Juristen, ein Herr Dr. Claus Grötz mit der Aussage zitiert wurde, leichte Folter sollte auch in Deutschland erlaubt werden, um Täter zu Aussagen zu bewegen, ähnlich wie im Irak.

Diese Meldung, die auf einer nichtüberprüften Email beruhte, löste größte Empörung aus, insbesondere aus den Reihen der Grünen kam prompt die Forderung nach sofortigem Rücktritt. Allerdings stellte sich bald heraus, dass es weder einen solchen Bund noch einen solchen Strafrichter gab und auch de Forderung frei erfunden war.

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