Arbeitsschritte beim Verfassen von journalistischen Texten

Die vier Arbeitsschritte beim Verfassen von journalistischen Texten 

Für viele gehören Berufe wie der Journalist, der Texter, der Reporter oder der Redakteur zu den absoluten Traumberufen. Nun ist es aber gar nicht so einfach, an einer renommierten Journalistenschule aufgenommen zu werden, und selbst nach absolvierter Ausbildung und Volontariat gelingt es bei Weitem nicht jedem, in der Branche Fuß zu fassen.

Eine Alternative kann dann sein, nebenberuflich journalistisch tätig zu werden, beispielsweise indem gelegentlich für die Lokalzeitung geschrieben wird oder indem Artikel für Artikelverzeichnisse und Blogs im Internet verfasst werden.

Unabhängig davon, wer welche Texte wo veröffentlicht, ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg aber immer, dass es sich um gute, interessante und qualitativ hochwertige Texte handelt, die gerne und oft gelesen werden. Daraus ergibt sich nun aber die Frage, was einen guten Text ausmacht und worin er sich von einem durchschnittlichen oder gar einem schlechten Text unterscheidet.

Diese Frage lässt sich mit den vier wesentlichen Arbeitsschritten beim Verfassen von journalistischen Texten sowohl beantworten als auch erklären:  

1. Arbeitsschritt: die Auswahl des Themas

Auch wenn viele im Zusammenhang mit journalistischen Texten in erster Linie an die Recherche und das eigentliche Schreiben denken, so ist der erste und wichtigste Arbeitsschritt die Auswahl des Themas. Nicht jede Idee eignet sich für einen Zeitungsartikel und nicht jedes Ereignis ist wichtig und interessant genug, als dass darüber berichtet werden müsste.

Bevor also mit der Recherchearbeit begonnen wird, sollte immer zuerst überprüft werden, ob das ausgesuchte Thema einen Zeitungsartikel wert ist. Zu den Kriterien, die dabei eine Rolle spielen, gehört beispielsweise, wie aktuell das Thema ist, also ob das Ereignis gerade erst stattgefunden hat oder in Zusammenhang mit einem bestimmten Jahrestag oder Jubiläum steht.

Zudem spielt eine Rolle, wo das Ereignis stattgefunden hat und wie viele Menschen davon betroffen sind oder wer daran beteiligt war. Auch der Überraschungs- und Sensationseffekt kann eine Rolle spielen, ebenso wie die Brisanz oder ein skandalöser Charakter. Ein Journalist schreibt für seine Leser und seine Aufgabe besteht darin, die Leser mit den Informationen zu versorgen, die sie benötigen. Das bedeutet letztlich nichts anderes, als dass er die Themen seiner Texte so auswählen muss, dass sie für die Leser interessant und relevant sind. 

2. Arbeitsschritt: die Recherche

Ein Großteil der journalistischen Arbeit besteht darin, zu recherchieren. Dabei beinhaltet die Recherchearbeit sowohl die Suche nach Informationen, Daten und Fakten als auch die Überprüfung der Quellen. Grundsätzlich gilt unter Journalisten die Regel, dass eine Meldung erst dann verarbeitet und veröffentlicht wird, wenn sie von einer zweiten Stelle bestätigt wurde, auch wenn die Meldung von einer seriösen Quelle wie einer Nachrichten- oder Presseagentur stammt.

Einer der schlimmsten und zugleich peinlichsten Fehler, die einem Journalisten unterlaufen können, ist eine Falschmeldung, die im Nachhinein dann berichtigt werden muss. Nun setzt natürlich nicht jeder Text einen investigativen Journalismus voraus, also überaus akribische Nachforschungen, die eher an einen Detektiv als an einen Journalisten erinnern.

Dennoch gehört es zu den Hauptaufgaben eines Journalisten, sicherzustellen, dass die Informationen, die er veröffentlicht, tatsächlich der Wahrheit entsprechen und dabei keine Rechte wie beispielsweise Persönlichkeitsrechte verletzt werden. 

3. Arbeitsschritt: das Schreiben

Steht das Thema fest und sind alle benötigten Informationen zusammengetragen, überprüft und geordnet, beginnt mit dem Schreiben des Textes der Teil, den viele für den wichtigsten Teil halten. Schließlich geht es jetzt darum, die Informationen so in Worte zu packen, dass sie für die Leser interessant, informativ und verständlich sind.

Hierzu gehört zum einen natürlich ein klarer Schreibstil mit gelungener Wortwahl und ohne Rechtschreib- oder Grammatikfehler, zum anderen ein roter Faden, der sich durch den gesamten Text zieht. Die eigentliche Kunst besteht aber darin, zu erkennen, welche Informationen wichtig, welche weniger wichtig und welche letztlich überflüssig sind und diese Informationen dann entsprechend in dem Text zu verarbeiten.

Als Grundregel für einen journalistischen Text gilt, dass es möglich sein sollte, den Text von unten her zu kürzen, ohne dass der Artikel dadurch an Informationsgehalt und Aussagekraft verliert.   

 

4. Arbeitsschritt: das Redigieren

Das Redigieren ist der letzte Arbeitsschritt und hier geht es darum, den Text noch einmal gründlichst zu überprüfen. Das bedeutet, der Text wird gegengelesen, mögliche Fehler werden korrigiert und eventuell ungeschickte oder umständliche Formulierungen abgeändert.

Daneben werden die Inhalte noch einmal auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft und mit anderen Quallen abgeglichen. Im Zuge des Redigierens kann es außerdem sein, dass der Text gekürzt wird, sofern dies erforderlich ist.

Diesen letzten Arbeitsschritt übernehmen Journalisten bei Tageszeitungen aber meist nicht selbst, was unter anderem daran liegt, dass einem Dritten Fehler oder kleinere Unstimmigkeiten eher auffallen als dem Verfasser.

Weiterführende Presseartikel und Tageszeitungen:

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