Hintergrundwissen zum Stichwort Krisenberichterstattung

Hintergrundwissen zum Stichwort “Krisenberichterstattung”

 

Ein problematischer Machtwechsel, ein verheerender Anschlag, ein Krieg, der Ausbruch einer Epidemie oder eine Naturkatastrophe:

Immer dann, wenn sich irgendwo auf der Welt ein Ausnahmezustand abzeichnet, sind die Krisenberichterstatter zur Stelle. Die Journalisten reisen an, um über die aktuellen Geschehnisse und die Entwicklungen zu berichten.

 

Dabei nehmen sie Arbeitsbedingungen in Kauf, die alles andere als einfach sind, und nicht selten begeben sie sich selbst in große Gefahr. Doch trotzdem ist der Job als Krisenreporter sehr begehrt. Aber wie arbeiten die Journalisten eigentlich genau?

 

Hier ein wenig Hintergrundwissen zum Stichwort “Krisenberichterstattung”:

 

Der Job als Krisenberichterstatter

Es gibt verschiedene Wege, wie ein Journalist zum Krisenberichterstatter werden kann. Einige Journalisten haben sich auf die Berichterstattung über Katastrophen, Kriege und Ausnahmezustände spezialisiert. Sie bereisen die ganze Welt, um immer am Ort des Geschehens zu sein. Der überwiegende Teil wird jedoch nur zeitweise und aus der Situation heraus zum Krisenreporter.

Dies gilt beispielsweise für die Korrespondenten, die im Ausland arbeiten und ohnehin regelmäßig aus einem Land oder einer Region berichten. Manchmal wurden Journalisten auch aus einem ganz anderen Grund in ein Gebiet entsandt und sind dann mehr oder weniger zufällig vor Ort.

Generell ist die Berichterstattung aus einem Krisen- oder Katastrophengebiet aber die gefährlichste Form des Berufs. Für einige Journalisten sind es gerade das Risiko und die Gefahr, die die Krisenberichterstattung so reizvoll machen. Andere Journalisten möchten daran teilhaben, wenn Geschichte geschrieben wird.

Wieder andere sehen es nicht nur als ihre Aufgabe, über wichtige Geschehnisse zu informieren, sondern auch, den Betroffenen vor Ort Gesichter zu geben und Gehör zu verschaffen. 

In einem Krisengebiet zu arbeiten, stellt auch einen erfahrenen Journalisten vor eine große Herausforderung. Je näher er am Geschehen ist, desto wertvoller wird sein Beitrag. Gleichzeitig wird damit aber seine Arbeit umso schwieriger.

Als Krisenberichterstatter muss er die Nerven behalten und darf sich seine Angst nicht anmerken lassen. Er muss sachlich bleiben und objektiv berichten, auch wenn ihn die Situation mitnimmt oder emotional berührt. Ruhepausen sind oft nicht drin, denn wenn sich die Ereignisse überschlagen, müssen mehrere Berichte pro Tag erstellt und Meldungen immer wieder aktualisiert werden. Auf der anderen Seite kann die Tätigkeit als Krisenberichterstatter zum großen Karrieresprungbrett werden.

Krisen und Katastrophen garantieren nämlich immer auch gute Einschaltquoten und hohe Auflagen. Ein Journalist, der über einen Ausnahmezustand mit globaler Bedeutung berichtet, wird sich in der Branche einfach schneller einen Namen machen als ein Kollege, der einen brillanten Bericht über die Einweihung des örtlichen Spielplatzes schreibt.

 

Die Arbeit als Krisenberichterstatter

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Journalisten nicht bewaffnet sind. Ihre Aufgabe besteht darin, zu beobachten und zu berichten. Sie sollen aber niemals selbst zu Tätern werden.

Allerdings ist es keineswegs ein Schutz, wenn deutlich sichtbare Presse-Zeichen auf der Kleidung und auf den Fahrzeugen darauf hinweisen, dass es sich um Journalisten ohne Waffen handelt. Immer wieder geraten Krisenreporter in Hinterhalte, werden als Geiseln genommen oder getötet. Am sichersten sind Journalisten deshalb letztlich dann, wenn sie erst gar nicht als Presseleute auffallen.

In der Praxis ist das aber oft kaum umzusetzen. Deshalb wechseln einige Journalisten regelmäßig ihre Wohnorte, wählen spontane Routen und führen statt fester Termine immer dann Interviews, wenn sich gerade die Gelegenheit ergibt. Andere Journalisten wiederum versuchen, sich hauptsächlich dort zu bewegen, wo das Militär im Ernstfall helfend eingreifen kann. 

Ein Krisenberichterstatter arbeitet in aller Regel nicht alleine, sondern hat ein Team um sich. Zu diesem Team gehören zum einen die Kameraleute oder der Fotograf, die für die Bilder sorgen. Zum anderen ist ein Übersetzer dabei. Außerdem gibt es noch den sogenannten Stringer. Der Stringer ist ein meist einheimischer Helfer, der den Journalisten begleitet, Kontakte herstellt, Treffen organisiert und dabei hilft, Dinge wie ein Transportfahrzeug oder eine Telefonkarte zu besorgen.

 

Die Zusammenarbeit bei der Krisenberichterstattung

Krisenreporter sind vor Ort und können hier das aktuelle Geschehen dokumentieren und den Moment einfangen. Aber sie können nicht überall gleichzeitig sein und sie können meist nur bedingt Recherche- und Hintergrundarbeiten erledigen.

Deshalb arbeiten Krisenberichterstatter oft mit anderen Kollegen vor Ort zusammen und tauschen sich untereinander aus. Gleichzeitig stehen sie in ständigem Kontakt mit den Redaktionen zu Hause. Viele Verlage und Rundfunkanstalten richten eine Art Zentrale oder Krisenstab ein.

Die Journalisten und Redakteure vor Ort verarbeiten die einzelnen Meldungen der Krisenreporter und setzen sie zu einem Gesamtbild zusammen. Gleichzeitig versorgen sie die Krisenreporter mit den Infos, die sie für ihre Arbeit vor Ort brauchen.

Zur Zusammenarbeit gehört es aber auch, die Reporter auf ihren Einsatz im Krisengebiet vorzubereiten. Hierzu kann gehören, einen Vorbereitungskurs zu absolvieren, der unter anderem von der Bundeswehr angeboten wird. In einem solchen Kurs lernen die angehenden Krisenreporter, wie sie Gefahrensituationen erkennen oder wie sie sich verhalten sollten, wenn sie unter Beschuss geraten oder als Geiseln genommen werden.

Vor einer möglichen Gefahr sind die Journalisten dadurch natürlich nicht geschützt. Aber für die Reporter wird es so etwas einfacher, die Situationen richtig einzuschätzen und sich vor allem emotional auf den Einsatz einzustellen.

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