Grundwissen zu Fernsehnachrichten

Grundwissen zu Fernsehnachrichten

 

Zunächst waren Tageszeitungen die wichtigste Quelle, um sich über aktuelle Meldungen, wichtige Ereignisse und das Zeitgeschehen zu informieren. Später folgte der Rundfunk als weitere Informationsquelle.

1952 kamen dann noch die Fernsehnachrichtungen dazu. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender hatten von Anfang an Nachrichtensendungen im Programm, auch wenn damals eher selten wirklich aktuelle Meldungen verkündet wurden.

Als Mitte der 1980er-Jahre die Privatsender an den Start gingen, war bei den neuen Sendern eine Nachrichtensendung ebenfalls fest in das Tagesprogramm eingeplant. Inzwischen laufen auf jedem Fernsehsender, öffentlich-rechtlich wie privat, Tag für Tag mehrere Nachrichtensendungen und Nachrichtenmagazine.

Damit beträgt die Sendezeit von Nachrichten täglich mehrere Stunden. Die Nachrichtenmacher stellt das natürlich vor eine entsprechend große Herausforderung, denn schließlich gilt es die Sendezeit jeden Tag aufs Neue mit spannenden Meldungen und interessanten Berichten zu füllen. Aber wie arbeiten die Nachrichtenredaktionen eigentlich?

 

Hier ein wenig Grundwissen zu Fernsehnachrichten im kompakten Überblick:

 

Fernsehnachrichten als beliebteste Informationsquelle

Die Arbeit in einer Nachrichtenredaktion hat mit dem, wie sich viele den Berufsalltag eines Journalisten vorstellen, nicht viel gemeinsam. So glauben viele, dass ein Journalist intensiv zu einem Thema recherchiert und durch fast schon detektivisches Hinterfragen interessante Schlagzeilen, spannende Fakten und verborgene Details aufspürt, um dann im Zusammenspiel mit einer gekonnten Wortwahl einen mitreißenden Bericht daraus zu stricken.

Eine solche Arbeitsweise würden sich zwar sicher auch viele Nachrichtenredakteure wünschen, im Tagesgeschäft fehlt dafür aber schlichtweg die Zeit. Ihre Recherchearbeit konzentriert sich stattdessen in erster Linie darauf, die eingehenden Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Fernsehnachrichten haben sich hierzulande zur beliebtesten und am häufigsten genutzten Informationsquelle entwickelt. Bislang hat daran auch das Internet nichts geändert, denn selbst die Onlineausgaben der großen, namhaften Zeitungen erreichen bei Umfragen nicht den Status als zuverlässige und vertrauenswürdige Quellen wie dies bei den gedruckten Tageszeitungen und eben den Fernsehnachrichten der Fall ist.

Um ihre Position zu behaupten, aber auch um ihrer großen Verantwortung gerecht werden zu können, haben die Nachrichtenmacher ein komplexes, vielschichtiges und weltweit kooperierendes Netzwerk errichtet.

Die einzelnen Nachrichtenredaktionen bilden die Knotenpunkte dieses Netzwerks. Hier laufen die vielen verschiedenen Quellen zusammen und hier wird entschieden, welche Themen es in eine Nachrichtensendung schaffen.

 

Nachrichtenagenturen und Senderverbände als wichtigste Quellen

Die internationalen Nachrichtenagenturen beliefern die Nachrichtenredaktionen jeden Tag mit aktuellen Meldungen und Filmmaterial für mehrere Stunden.

Da es sich keine Nachrichtenredaktion leisten kann, eigene Korrespondenten in wirklich jeden Winkel der Erde zu entsenden, sind die internationalen Nachrichtenagenturen überaus wichtige Partner für die Nachrichtenredaktionen. Vor allem wenn es um Berichte aus dem Ausland geht, greifen die Redaktionen häufig auf das Material der Agenturen zurück. Die Agenturen wiederum verfügen über ein riesiges Netzwerk mit freien und festangestellten Journalisten in aller Welt.

Die internationale Nachrichtenagentur Reuters beispielsweise hat Vertretungen in über 150 Ländern. Die Journalisten versorgen die Nachrichtenagenturen mit Informationen und Bildern, die dann per Satellit rund um die Uhr an die Nachrichtenredaktionen weitergeschickt werden. Für das deutsche Fernsehen sind Reuters TV und APTN die beiden wichtigsten Nachrichtenagenturen.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern macht das Agenturmaterial etwa ein Viertel des Nachrichtenangebots aus, bei den privaten Sendern bestehen die Nachrichten ungefähr zur Hälfte aus Infos und Bildern von Nachrichtenagenturen. Die Nachrichtenredaktionen sind zwar darauf angewiesen, das Agenturmaterial zu verwenden, wirklich gerne übernehmen sie das Material aber oft nicht.

Dies liegt daran, dass die Nachrichtenredaktionen kaum prüfen können, woher die Informationen und Bilder stammen, denn die Agenturen kaufen selbst auch Material an.

Eine weitere wichtige Quelle, über die die Nachrichtenredaktionen Informationen und Bilder beziehen, sind internationale Senderverbände. Hier gibt es zum einen die European Broadcasting Union, kurz EBU. In diesem Senderverband haben sich öffentlich-rechtliche Sender aus 63 Ländern zusammengeschlossen.

Über einen Verteiler stellen die Redaktionen ihre Nachrichten und Bilder den Nachrichtenredaktionen anderer Länder zur Verfügung und können umgekehrt die Nachrichten der ausländischen Redaktionen auch abrufen. Ein anderer Senderverband ist der European News Exchange, kurz ENEX. In diesem Verband sind mehrere privaten Fernsehsender vertreten.

 

Die Berichterstattung aus Deutschland

Wenn in den Fernsehnachrichten über Ereignisse in Deutschland berichtet wird, brauchen die Nachrichtenredaktionen das Material der internationalen Nachrichtenagenturen und der Senderverbände meistens nicht. Die öffentlich-rechtlichen Sender betreiben Landesstudios in ganz Deutschland.

Dadurch ist sichergestellt, dass die freien und festangestellten Journalisten innerhalb kürzester Zeit Bilder und Informationen aus jeder Ecke in Deutschland liefern können. Die privaten Fernsehsender betreiben aus Kostengründen nur wenige Landesstudios.

Sie greifen stattdessen bei Bedarf auf unabhängige Produktionsfirmen zurück. Dabei handelt es sich teilweise um Produktionsfirmen, die regelmäßig für das deutsche Fernsehen arbeiten. Teilweise sind es aber auch kleine Betriebe, die Nachrichtenmaterial erstellen, den Sendern anbieten und darauf hoffen, dass sich ein Käufer findet.

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