8 Tipps für Nachwuchsjournalisten

8 Tipps für Nachwuchsjournalisten 

Viele sehen ihren Traumberuf im Journalismus. Doch wer als Journalist erfolgreich sein möchte, braucht neben Talent auch Durchhaltevermögen und ein wenig Glück. Hier sind 8 Tipps für Nachwuchsjournalisten!

Gemäß Art. 5 des Grundgesetzes kann eigentlich jeder als Journalist arbeiten. Es gibt weder eine verbindlich vorgeschriebene Ausbildung noch den einen klassischen Weg. Selbst die Berufsbezeichnung Journalist ist nicht geschützt.

Auf der einen Seite ist das ein großer Vorteil, den damit stehen viele Möglichkeiten offen, um seinen Traumberuf zu ergreifen. Auf der anderen Seite führt das zu einer riesigen Konkurrenz und die wenigen Plätze in den Redaktionen sind heiß begehrt.

Doch wer sein Ziel fest im Blick hat, mit der richtigen Einstellung an die Sache herangeht und ein paar Dinge beachtet, kann durchaus zum erfolgreichen Journalisten werden.

Vielleicht helfen dabei dann auch die folgenden acht Tipps!

 

1. Tipp: Offen bleiben.

Es gibt zwar Journalisten, für die von Anfang an klar feststeht, in welchem Bereich sie arbeiten möchten. Doch es gibt mindestens genauso viele Journalisten, die zunächst einmal nur wissen, dass sie im Medienbereich tätig werden wollen. Ob es der Print-, der Radio-, der Fernseh- oder der Onlinejournalismus werden soll, wissen sie noch nicht.

In beiden Fällen gilt, dass der Nachwuchsjournalist offen und flexibel bleiben sollte. Denn zum einen verschmelzen die Bereiche immer häufiger miteinander. Wer beispielsweise für eine Zeitung schreibt, wird gelegentlich auch Beiträge für die Online-Ausgabe verfassen müssen.

Zum anderen hat der Nachwuchsjournalist einfach wesentlich größere Chancen, wenn er sich nicht zu früh festlegt. Hinzu kommt, dass sich der Nachwuchsjournalist die Arbeit in seinem Wunschbereich möglicherweise anders vorstellt als sie tatsächlich ist. Deshalb ist der Nachwuchsjournalist gut beraten, wenn er die verschiedenen Bereiche wenigstens einmal ausprobiert.

So kann er versuchen, ein Praktikum bei der Lokalzeitung und dem örtlichen Radiosender zu machen oder einen Ferienjob beim regionalen Fernsehsender oder der nächstgelegenen Online-Redaktion zu ergattern. Auf diese Weise kann er in die verschiedenen Medienbereiche hineinschnuppern. Und nebenbei poliert er seinen Lebenslauf auf.

 

2. Tipp: Einen eigenen Kanal einrichten.

Es kann gut sein, dass es eine Weile dauert, bis der Nachwuchsjournalist an einer Journalistenschule aufgenommen wird, einen Studienplatz bekommt oder eine Stelle bei einer Redaktion findet. Diese Zeit kann und sollte der Nachwuchsjournalist nutzen, um seine Arbeiten auf eigenen Kanälen zu veröffentlichen.

Ein Blog, ein Podcast oder Internetvideos sind ideale Mittel, um auszuprobieren, wie die eigenen Beiträge ankommen. Der Nachwuchsjournalist sammelt praktische Erfahrungen, entwickelt Routine und kann sich allmählich einen Namen machen.

Außerdem kann es die entscheidenden Pluspunkte einbringen, wenn der Nachwuchsjournalist in seiner Bewerbung mit einem Link auf seine bisherigen Veröffentlichungen hinweisen kann. Und auch später noch kann der Nachwuchsjournalist seinen Kanal als Plattform nutzen, wenn die Redaktion einen Beitrag nicht brauchen kann.

 

3. Tipp: Mit offenen Augen durch die Welt gehen.

Die besten Storys schreibt das Leben. Das klingt zwar nach einer alten Binsenweisheit, hat aber einen wahren Kern. Der Nachwuchsjournalist sollte also stets Augen und Ohren offenhalten.

Dinge, die er selbst erlebt, die ihm auffallen, die ihn berühren oder die sein Interesse wecken, sind oft auch für die Leser interessant. Dies gilt vor allem dann, wenn die Leser von dem Sachverhalt selbst betroffen sind oder sich in der Story wiederfinden. Statt also immer nur nach der ganz großen Sensation zu suchen, sollte der Nachwuchsjournalist lernen, das Potenzial von alltäglichen Geschichten auszuschöpfen. 

 

4. Tipp: Keine falsche Schüchternheit.

Vornehme Zurückhaltung und Bescheidenheit mögen Tugenden sein, helfen im Journalismus aber nicht unbedingt weiter. Wenn der Nachwuchsjournalist schüchtern in der Ecke steht und niemanden anspricht, weil er weder unhöflich sein noch jemanden stören möchte, wird er keine Antworten auf seine Fragen und keine spannenden Informationen bekommen.

Natürlich heißt das nicht, dass sich der Nachwuchsjournalist wie die Axt im Walde aufführen darf. Aber es gehört nun einmal zu seinem Job, Fragen zu stellen und solange nachzuhaken, bis er eine verwertbare Antwort bekommt. Und dabei sollte der Nachwuchsjournalist eines immer im Hinterkopf haben:

Für seinen Gesprächspartner ist der Nachwuchsjournalist kein unerfahrener Neuling, sondern genauso ein Pressevertreter wie alle anderen Journalisten auch.

 

5. Tipp: Nicht entmutigen lassen.

Vor allem am Anfang wird es der Nachwuchsjournalist nicht leicht haben. Die ganz großen Storys bekommen die erfahrenen Kollegen und obwohl der Nachwuchsjournalist sein Bestes gegeben hat, um seinen Bericht über die Gemeinderatssitzung, die Ausstellung des örtlichen Kaninchenvereins oder die Einweihung des Kinderspielplatzes interessant zu gestalten, erscheint sein Beitrag bestenfalls als Randnotiz.

Viele junge Journalisten beklagen sich darüber, dass sie nicht richtig akzeptiert werden und ihre Arbeiten wenig Anerkennung erfahren. Sie bemängeln, dass ihre Artikel in stark verkürzter Form oder gar nicht erscheinen. Das ist zwar zweifelsohne ärgerlich, aber letztlich nicht zu ändern. Der Nachwuchsjournalist sollte sich also nicht entmutigen lassen.

In vielen Fällen war schlichter Platzmangel, ein überraschendes Ereignis oder eine Eilmeldung die Ursache dafür, dass ein Artikel gekürzt oder herausgenommen wird. Allerdings sollte der Nachwuchsjournalist beim Chefredakteur nachfragen. Denn zum einen signalisiert er dadurch Interesse und Lernbereitschaft. Und zum anderen läuft er nicht Gefahr, sich in irgendwelche Verschwörungstheorien hineinzusteigern.    

 

6. Tipp: Storys anbieten.

Egal ob der Journalist bei einer Redaktion angestellt ist, als freier Mitarbeiter arbeitet oder durch Zufall auf eine Geschichte stößt, die für die Lokalzeitung interessant sein könnte:

Er sollt nicht abwarten, bis er einen Auftrag bekommt. Stattdessen sollte er von sich aus auf den Chef zugehen und ihm seinen Beitrag anbieten. Mehr als eine Absage kann der Nachwuchsjournalist nicht bekommen. Aber vielleicht hat er Glück, kann seinen Artikel verkaufen und die Weichen für eine künftige Zusammenarbeit stellen.

 

7. Tipp: Ehrlich sein.

Die Motivation ist riesig, der Ehrgeiz vorhanden und der Nachwuchsjournalist hat so viel Spaß, dass er am liebsten rund um die Uhr an seinen Beiträgen arbeiten würde. Dieser Tatendrang ist zwar grundsätzlich lobenswert. Aber der Journalist muss auch lernen, seine Energie sinnvoll einzuteilen.

Niemand ist in der Lage, langfristig Topleistungen abzuliefern, wenn er zwischendurch nicht auch einmal abschaltet und durchatmet. Außerdem sollte der Nachwuchsjournalist nie den Fehler machen, Dinge zu versprechen, die er nicht halten kann. Nimmt der Nachwuchsjournalist einen Auftrag an, muss er ihn zum vereinbarten Termin und in einer vernünftigen Qualität abliefern.

Wenn der Nachwuchsjournalist weiß oder befürchtet, dass das nicht klappen wird, sollte er die Größe haben, das zuzugeben. Denn wenn die Redaktion einen fest eingeplanten Beitrag nicht veröffentlichen kann, wird sie dem Nachwuchsjournalisten so schnell keinen weiteren Auftrag mehr geben. 

 

8. Tipp: Den Journalismus als Berufung sehen.

Ein Journalist hat keinen Job, bei dem er um 8 Uhr ins Büro geht, um 16 Uhr Feierabend macht und an den Wochenenden und Feiertagen frei hat. Und er hat vor allem keinen Beruf, mit dem er reich wird. Natürlich gibt es auch im Journalismus ein paar große Namen, die ihrem Lebensabend mit einem prall gefüllten Bankkonto entspannt entgegensehen können.

Aber sie sind die große Ausnahme. Die überwiegende Mehrheit aller Journalisten kommt mit dem Einkommen gerade so über die Runden. Wenn der Nachwuchsjournalist langfristig erfolgreich sein möchte, sollte er den Journalismus deshalb nicht als reinen Beruf, sondern als seine Berufung sehen und in diesem Zuge auch bereit sein, dass Geld hinten anzustellen.

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